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Mann aus Neuss wegen Kindesmissbrauchs via App vor Gericht

Prozess in Düsseldorf : Neusser Bauarbeiter gesteht Kindesmissbrauch via App

Im Prozess um sogenanntes Cyber-Grooming hat ein Neusser in Düsseldorf umfassend gestanden. Alle Vorwürfe der Anklage stimmten, sagte er am Freitag. Er soll sich via Social-Media-Apps kleinen Mädchen genähert haben.

Er gab sich als „Girlie“ aus, suchte im Internet über Jugend-Seiten gezielt Kontakte zu kleinen Schülerinnen: In 22 Fällen soll ein Bauarbeiter aus Neuss (26) etliche Mädchen zwischen acht und 14 Jahren übers Internet immer wieder in Sex-Gespräche verwickelt haben, soll ihnen Porno-Fotos zugeschickt und die Mädchen dann aufgefordert haben, ähnliche Aufnahmen von sich zu schicken. Als Angeklagter vor dem Düsseldorfer Landgericht nach seinen konkreten Absichten bei diesen Straftaten gefragt, gab er in seinem Geständnis am Freitag an: „Damit ich Fotos und Videos bekomme.“ Treffen mit den Kindern habe er aber nie angestrebt – angeblich, weil er „Angst“ gehabt habe, was dann passieren könne.

Offenbar schon Jahre zuvor hatte der Angeklagte einen Hang zu kinderpornografischen Darstellungen entwickelt, war für deren Verbreitung bereits zu zwei Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Nachdem er fast die gesamte Strafe abgesessen hatte, wollte der 26-Jährige aus Neuss sein Leben ab Mai 2019 angeblich in den Griff bekommen, fand einen neuen Job, eine neue Freundin (19) und zog wieder bei den Eltern ein.

Laut Anklage, die er mit tief gesenktem Kopf in allen Punkten bestätigt hat, zog es ihn dann aber doch wieder auf Jugend-Seiten im Internet und zu Chat-Kontakten mit jungen Mädchen. Dadurch habe er ein Gefühl von Macht erlebt, gab er an: „Ich stehe über denen und sie machen, was ich will!“ Um das zu erreichen, gab er sich als weiblicher Teenager aus, schickte angeblich eigene Nacktfotos, die er tatsächlich aber durch Internet-Tausch von anderen Pädophilen erhalten hatte.

Ein Urteil gegen den 26-Jährigen steht noch aus.

(wuk)