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Geldautomaten in der Neusser Innenstadt gesprengt

Erneut Geldautomat in Neuss gesprengt : Nachbar sprach mit Bankräuber, ohne es zu wissen

Wieder Geldautomat in Neuss gesprengt

Unbekannte haben in Neuss in der Nacht zu Freitag einen Geldautomaten im Foyer der Sparda-Bank gesprengt. Die Täter erbeuteten Bargeld in bislang unbekannter Höhe. Wie die Täter in den Raum kamen, ist unklar.

Die Serie mit gesprengten Geldautomaten reißt auch im Rhein-Kreis nicht ab. Nach dem letzten Anschlag Ende Dezember in Norf fahndet die Polizei aktuell nach drei Männern, die in der Nacht zum Freitag im Vorraum zur Filiale der Sparda-Bank West an der Kapitelstraße zuschlugen. Die Polizei vermutet, dass der Automat durch eingeleitetes Gas zur Explosion gebracht wurde. Die Fahndung, in die auch ein Hubschrauber einbezogen wurde, blieb bislang erfolglos.

Dass es sich um drei Täter handelt, weiß die Polizei von einem Rentner, der fast unmittelbar über den Geschäftsräumen der Bank lebt und um 2.22 Uhr noch am Computer saß. Ein Riesenknall, so der Zeuge, schreckte ihn auf: "Ich wusste gleich, dass das eine Explosion war", sagt der Mann — und wählte um 2.23 Uhr die Notrufnummer 110. Drei Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen.

Die Täter waren da schon über alle Berge. Sie flohen ohne Licht und mit Vollgas mit einer silberfarbenen und hörbar PS-starken Audi-Limousine durch die Kapitelstraße Richtung Hermannplatz, berichtet der Rentner. Er war nicht nur Augenzeuge, sondern konnte auch mit einem der Täter reden. Denn unmittelbar nach Absetzen des Notrufes riss er das Fenster auf und sah nach draußen.

Er sah den Fluchtwagen kommen, vor dem Haus halten und einen Mann mit vermutlich roter Baseballkappe aussteigen. Und weil er nicht wusste, dass das ein Täter war, rief er ihm zu: "Ist was passiert?" Nein, war die Antwort, alles in Ordnung. "Das habe ich genau verstanden", sagt der Zeuge. Er sah den Autofahrer in die Bank eilen, hörte laute Gespräche im Foyer, sah den Mann zurückkehren und eine große Tasche auf der Rückbank des Autos verstauen, bevor drei Männer hineinsprangen und flohen. Er sei beinahe überzeugt, sagt der Mann, dass es sich um "stark pigmentierte Männer" handelte.

Als wenig später Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor der Tür auftauchten, weckte der Mann seine Frau. Es hätte ja sein können, dass Gas ausgeströmt ist und das Haus geräumt werden muss", sagt er. Dann ging er nach draußen, wo sich ihm und ebenfalls aufgeschreckten Nachbarn ein Bild der Verwüstung bot.

Durch den Druck der Explosion wurde der Vorraum der Bank völlig zerstört. Das Sicherheitsglas in allen Fenstern war gerissen, zum Teil sogar geborsten. Zwischen den Scherben lagen verstreut Banknoten auf dem Gehweg. Erst um 4.30 Uhr konnten die Bankanwohner ins Bett zurück. "Geschlafen haben wir trotzdem kaum", sagt der Zeuge.

Als einige Stunden später die ersten Bankmitarbeiter kamen, hatte die Polizei die Ermittlungen am Tatort schon beendet. Erste Kunden schickten Angestellte zu Partnerunternehmen an der Sebastianusstraße. "Wir müssen sehen, wie wir das hier schnell wieder in Ordnung bekommen", sagte Filialleiter Stephan Pohl, während Techniker das Ausmaß des Schadens ermittelten. Der ist so groß, dass die Filiale geschlossen blieb.

Zur Höhe der Beute machen Polizei und Unternehmen keine Angaben. Unklar ist auch, wie die Täter in den nachts abgeschlossenen Vorraum und damit an die Automaten kommen konnten. "Wir haben an den Türen keine Aufbruchspuren festgestellt", sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel.

(nau)