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Galerie Sebastianusstraße in Neuss: Einbrecher kommen ein zweites Mal

Pop-Up-Galerie in Neuss : Zweiter Einbruch - Waren es dieselben Täter?

In der Pop-up Galerie des Vereins Kunst.Neuss wurde ein zweites Mal eingebrochen. Dieses Mal wurden Werke von Gundhild Tillmanns gestohlen. Die Künstlerin zieht Konsequenzen.

Noch am Sonntag war sie kämpferisch gewesen. „Ich dachte, hier wird ja nicht ein zweites Mal eingebrochen“, sagt Gundhild Tillmanns. Doch genau das ist passiert in der Pop-Up Galerie des Vereins Kunst.Neuss. Nach dem ersten Einbruch zwischen Samstagabend und Sonntagmittag öffnete Tillmanns die Ausstellungsräume an der Sebastianusstraße am selben Tag wieder. Als sie zwei Tage später am Mittwochmorgen wieder kam, der Schock: Die vier Staffeleien direkt am Eingang der Galerie waren leer.

 Zum ersten Mal hatte die Künstlerin eine besondere rote Farbe genutzt. Dieses Bild fehlt nun.
Zum ersten Mal hatte die Künstlerin eine besondere rote Farbe genutzt. Dieses Bild fehlt nun. Foto: Mario Büscher

Außerdem fehlten zwei weitere Bilder an den Wänden. Der Wert liegt laut Künstlerin bei rund 2000 Euro. „Wie beim ersten Einbruch scheinen die Täter etwas von Kunst zu verstehen“, sagt Tillmanns. Nur ihre besten Werke seien gestohlen worden.

 Vier ihrer besten Bilder standen dort auf diesen Staffeleien.
Vier ihrer besten Bilder standen dort auf diesen Staffeleien. Foto: Mario Büscher

Doch das Problem sei nicht vordergründig der finanzielle Schaden. „Diese abstrakten Werke kann man nicht nachmalen, die sind einmalig“, erklärt Tillmanns. Zum ersten Mal hatte sie rote Kalligrafietinte genutzt und dafür großen Zuspruch erhalten. Beim ersten Mal sind die mutmaßlichen Einbrecher noch durch die Hintertür gekommen. Spuren an der Tür hätten das laut Polizei gezeigt. Beim zweiten Mal könnten sie durch ein Fenster an der Seite eingestiegen sein.

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Ob das aufgebrochen wurde oder möglicherweise offen stand, war am Mittwoch noch unklar. Die Polizei hält es für nicht unwahrscheinlich, dass es sich bei beiden Vorfällen um den- oder dieselben Täter handelt. „Es ist schon auffällig, dass das in einer Galerie in so kurzer Zeit zweimal passiert“, erklärt die Polizei. Bisher gebe es auch zum ersten Einbruch noch keine Zeugenhinweise oder gar einen Tatverdacht. Man hoffe, über die Gemälde, die einzigartig und auffällig seien, zu den Tätern zu gelangen.

Gundhild Tillmanns hatte nach einigen Jahren Pause erst in der Coronazeit wieder intensiv in ihrem Atelier gemalt. Rund 50 Bilder sind dabei entstanden, die auch allesamt an der Sebastianusstraße ausgestellt waren. „Für mich ist das Malen ein Hobby“, sagt sie, „aber man hängt ja trotzdem sehr an den eigenen Werken.“

Beim ersten Einbruch waren der Berufskünstlerin Susanne Pfefferkorn sieben Ölgemälde im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen worden. Hinweise nimmt die Polizei unter der 02131 3000 entgegen. Die Ausstellung Tillmanns wäre eigentlich noch bis Mittwoch gelaufen. Nach den Vorfällen öffnet sie nun nicht mehr.

(mabu)