Beschleunigtes Verfahren für mutmaßliche Ladendiebin in Neuss

Von Laden-Detektiv in Neuss gestellt: Beschleunigtes Verfahren für mutmaßliche Ladendiebin

Der Detektiv eines Bekleidungsgeschäftes an der Niederstraße hat am Montagnachmittag ein Quartett beim Diebstahl von Textilien erwischt. Der Ladendetektiv hatte die drei Frauen und einen Mann gegen 15.25 Uhr beobachtet, wie sie mehrere T-Shirts und Schuhe in einem Kinderwagen verstauten.

Anschließend versuchte das Quartett, samt der Beute, das Geschäft zu verlassen ohne zu bezahlen. Eine 27 Jahre alte Tatverdächtige, ohne festen Wohnsitz in Deutschland, wurde vorläufig festgenommen. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das zuständige Kriminalkommissariat der Neusser Polizei übernahm die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des Diebstahls.

Polizei und Staatsanwaltschaft veranlassten das sogenannte Beschleunigte Verfahren. Die 27-Jährige wurde am Dienstag einem Richter des Amtsgerichtes Neuss vorgeführt. Zur Sicherung der kurzfristig anzusetzenden Hauptverhandlung wurde Untersuchungshaft angeordnet. Das „Beschleunigte Verfahren“ ist nach dem Gesetz in solchen Fällen möglich, in denen der Sachverhalt einfach gelagert ist – also für die Verfahrensbeteiligten leicht überschaubar ist – oder eine klare Beweislage besteht; so etwa, wenn der Beschuldigte geständig ist. Es dient der, nicht zuletzt präventiv wirkenden, zügigen Strafverfolgung. Dieses Verfahren kann darüber hinaus zur Vermeidung oder Verkürzung von Untersuchungshaft beitragen.

In Neuss gibt es das beschleunigte Verfahren bereits seit Anfang Juli 2017. Erster Fall – im September – war ein junger Mann aus Indien, der in der Galeria Kaufhof in Neuss Parfüm im Wert von rund 150 Euro gestohlen hat.

Der damals 25-Jährige wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 900 Euro verurteilt. Wie das Amtsgericht Neuss auf nachfrage unserer Redaktion mitteilte, gab es im vergangenen Jahr insgesamt 19 beschleunigte Verfahren, in diesem Jahr sind es bislang vier.

(jasi)
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