Neuss: Biotop Obererft: Protest erfolgreich

Neuss: Biotop Obererft: Protest erfolgreich

Das Alexianer-Areal wird bebaut – aber nicht mit einer über die Obererft verlängerten Schillerstraße erschlossen. Damit folgen Politik und Verwaltung mit ihrem Rahmenplan den Argumenten von Anwohnern und Naturschützern.

Das Alexianer-Areal wird bebaut — aber nicht mit einer über die Obererft verlängerten Schillerstraße erschlossen. Damit folgen Politik und Verwaltung mit ihrem Rahmenplan den Argumenten von Anwohnern und Naturschützern.

Das weite Areal der Alexianer wird nicht durch Verlängerung der Schillerstraße über die Obererft erschlossen. Foto: woi

Von den Millionen, ja Milliarden Internetseiten allein in Deutschland ist seit gestern zumindest eine überflüssig geworden: www.biotop-obererft.de. Denn die Forderung "Rettet Biotop Obererft", für die eine Bürgerinitiative mit dem Eisvogel als "Wappentier" seit über einem Jahr streitet, zuletzt untermauert mit 1700 Unterschriften, ist Beschluss.

Der Planungsausschuss schlug mit einem einstimmigen Votum die Pfosten für einen Rahmenplan zur Erschließung des Geländes am Alexianerkrankenhaus ein, der eine Erschließung dieser 22 Hektar großen Fläche über eine Verlängerung der Schillerstraße ausdrücklich ausschließt. Damit wird es keine neue Straße durch das Landschaftsschutzgebiet und die Richtung Nordkanalallee fließende Obererft geben. "Gottlob", meldete sich als erster Peter Ott (SPD) zu Wort, "ist das vom Tisch."

Das Klostergelände rückt in den Blick der Planer, weil das Alexius-Krankenhaus mit Fertigstellung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie auf der gegenüberliegenden Seite der Nordkanalallee überflüssig wird. 2014 soll der Umzug in den Neubau abgeschlossen sein. Damit aber wird eine Areal frei, das als eine der letzten großen und vor allem zusammenhängenden Freiflächen in Innenstadtnähe förmlich nach einer neuen Nutzung schreit.

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Die steht fest: Wohnbebauung wird es geben. Wie das Quartier genau entwickelt wird, soll über einen Wettbewerb ermittelt werden, an dessen Kosten sich auch die Alexianerbrüder als Grundstücksbesitzer beteiligen. Bindet für alle Teilnehmer ist dabei der beschlossene Rahmenplan.

Christoph Hölters, der neue Planungsdezernent im Rathaus, nannte den Plan recht großzügig, denn die 22 Hektar Fläche werden jeweils zur Hälfte bebaut beziehungsweise als Grünfläche entwickelt. Klosterpark und die angrenzende Aue der Obererft sollen dazu vernetzt werden. Ein weiterer grüner Akzent bei der Aufwertung des Alexianerplatzes wird durch eine neue Einbindung des Grünstreifens Nordkanal(allee) gesetzt.

Beschluss ist auch, das 1868 errichtete Klostergebäude, ein nach Ansicht der Gutachter und Planer prägendes Element, zu erhalten. Dazu gehören auch der Krankenhauskomplex, die Alte Wäscherei und — setzt sich die Idee von Ingeborg Arndt (Grüne) durch — auch der ehemalige Bauernhof des Klosters am Berghäuschens Weg.

Dieser Hof läge künftig an einer von zwei Straßen zur Erschließung des Areals, in dem sich so zwei, durch die grüne Achse zur Obererft getrennt, Quartiere bilden können. Die andere Erschließungsstraße soll in die Nordkanalallee münden. Und auch die Schillerstraße wird noch verlängert — durch einen Radweg in den neuen "Stadtteil".

(NGZ)