Bezirksausschuss in Neuss: Holzheimer Protest gegen Erweiterung des Gewerbegebiets Kreitzer Straße

Diskussion im Bezirksausschuss : Holzheimer stemmen sich gegen Erweiterung des Gewerbegebietes

Die von der Stadt gewünschte Vergrößerung des geplanten Gewerbegebietes an der Kreitzer Straße hat die Mitglieder des Bezirksausschusses Holzheim/Grefrath in der jüngsten Sitzung aufgeschreckt.

Die Planung für das Gewerbegebiet Kreitzweg/Kreitzer Straße ist gut vorangekommen, die Erschließung geklärt. Doch zusätzlich zu der Gewerbeansiedlung ist die Stadt dabei, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine zusätzliche Gebietserweiterung zu schaffen. Der Grund: Die Bezirksregierung wird das von der Stadt vorgesehene Gewerbegebiet im Neusser Süden (Allerheiligen, Kuckhoff) nicht genehmigen. Die Fläche ist als regionaler Grünzug ausgewiesen. Die nunmehrige Vorlage der Stadt: Das Gewerbegebiet Kuckhofer Straße  wird aus der Plandarstellung herausgenommen und als Ersatz ein neues Gewerbegebiet Holzheim-Südwest in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Antrag auf Änderung des Regionalplans zu stellen. Mit dem Ziel, neue Gewerbeflächen in einer Größe von 32 Hektar anschließend an die Entwicklung des Gewerbegebietes Holzheim zu schaffen.

Diese Mitteilung der Verwaltung will der Bezirksausschuss nicht einfach so zur Kenntnis nehmen. Vorsitzender Thomas Nickel: „Wir wollen bei aller Akzeptanz von städtischer Gewerbeentwicklung  keine Vergrößerung der geplanten Gewerbeansiedlung. Nicht noch mehr Gebiete, die alle Maßstäblichkeit sprengen und unsere Landschaft und Natur zerstören. Es liegen zudem zu wenig Fakten vor, welche Auswirkungen die zusätzliche Erweiterung auf Holzheim und Grefrath hat. Auch wenn die Anbindung  direkt vom Kreisel an der Autobahn und über den Park-and Ride-Platz erfolgen würde und eine Anbindung an die Ziegeleistraße absolut kein Thema mehr ist.“ Im Neusser Süden werde der regionale Grünzug geschützt, in Holzheim aufgegeben. Andreas Galland vom Amt für Wirtschaftsförderung sieht  die Planung noch ganz am Anfang: „Es gibt noch eine Menge zu klären.“ Damit will sich der Bezirksausschuss nicht zufrieden geben: „Nur Beratungsbedarf anzumelden, ist uns zu wenig. Wir wollen unsere Meinung deutlich machen: Ablehnung des Vorhabens nach dem heutigen Stand“, so Nickel. Ein entsprechender Antrag wurde einstimmig verabschiedet.

So gut, wie sich niemand vorstellen kann, wie zusätzliche Gewerbegebiete in die Landschaft passen, so können sich auch viele der Anwohner an der Kapellener Straße nicht vorstellen, wie der geplante Ausbau realisiert werden soll. Durch die historische Bebauung ist der Straßenraum stark eingeengt. Um eine Gehwegbreite von mindesten zwei Metern zu gewährleisten, soll laut Verwaltung zwischen den Hausnummern 10 und 20 die Fahrbahn auf Gehwegniveau angehoben werden. Etliche Anwohner zeigten im Bezirksausschuss Bedenken auf. Sie können sich eine notwendige deutliche Trennung von Fußgängerweg und Fahrbahn nicht vorstellen und befürchten zudem, dass sie an den Kosten beteiligt werden.  Auch der Bezirksausschuss wünscht sich mehr Details,  wollte aufgrund der vorgelegten Unterlagen keine Entscheidung treffen und meldete einstimmig Beratungsbedarf an.

Wie sich wieder zeigte, kommt die Bürgerfragestunde vor der Sitzung bestens an. Viele waren auch diesmal wieder gekommen, um ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. Beispielsweise zum Thema Kreuzung Blausteinsweg, Lövelinger Straße, Kreitzer Straße. Dort führe die unübersichtliche Verkehrslage immer wieder zu gefährlichen Situationen.

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