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Betrieb in der Jugendherberge startet nach Corona-Zwangspause

Zum Start wenige Besucher in Uedesheim : Jugendherberge ist wieder geöffnet

Die Herbergseltern Maria und Anton Krüger sind froh, dass der Betrieb in Neuss-Uedesheim unter Auflagen starten kann. Ihr Mitarbeiterstab wird aber noch bis zum Jahresende reduziert sein.

Endlich wieder Kinderstimmen in der Jugendherberge: Eine Gruppe von 14 Vorschulkindern aus einer Kita, eine Familie und ein einzelner Reisender sind die ersten Gäste, als am Freitag die Jugendherberge in Uedesheim nach einer mehrmonatigen Schließung aufgrund der Corona-Pandemie wieder ihre Türen öffnet. „Wir freuen uns sehr, dass es wieder losgeht – aber wir fangen klein an“, sagt Maria Krüger, die das Haus mit ihrem Mann Anton seit 20 Jahren leitet.

Während sie die Neuankömmlinge an der Rezeption empfängt, bereitet der Herbergsvater in der Küche das Mittagessen zu – Pizza in zwei Variationen und Salat. Danach machen die Vorschulkinder einen Ausflug an den Rhein. Am Nachmittag heizt Anton Krüger für sie dann draußen den Grill an.

Die Zahl der Gäste ist noch überschaubar, damit auch alle den nötigen Sicherheitsabstand voneinander einhalten können. Von den 19 Tischen im Speiseraum dürfen nur acht belegt werden. Und es sind auch noch längst nicht wieder alle Mitarbeiter an Bord: „Die Kurzarbeit geht voraussichtlich bis Ende des Jahres – und solange sie nicht aufgehoben ist, dürfen die geringfügig Beschäftigten nicht eingesetzt werden“, erläutert Maria Krüger. „Wir sind optimistisch – aber ich bin erst dann wieder richtig zufrieden, wenn das komplette Team zurückkommen kann.“

Auf die Herbergseltern und die acht festangestellten Kräfte wartet derzeit eine Menge Arbeit. Zusätzlich zu den gewohnten Tätigkeiten müssen sie sich intensiv um die Einhaltung eines umfangreichen Hygiene-Konzepts kümmern: „Mindestens zweimal am Tag wird alles desinfiziert – etwa die Tische, Stühle, Geländer, Lichtschalter und Türklinken“, zählt Maria Krüger auf.
Die regelmäßigen Reinigungen sind Teil eines 20-seitigen Leitfadens zum Hygienemanagement in Jugendherbergen, das der DJH-Landesverband Rheinland für die Wiedereröffnung herausgegeben hat. „Wir haben  Konzepte entwickelt, um den Sicherheitsstandards entsprechen zu können“, sagt Regionalmanagerin Heidrun Kemper vom Landesverband in Düsseldorf. Dafür habe der Verband viel Lob von den Gesundheitsämtern bekommen.

Nach dem aktuellen Verordnungsstand dürfen Gruppen bis zu zehn Personen gemeinsam essen, übernachten und ihre Freizeit gestalten. „Wenn also eine Schulklasse mit 30 Kindern kommt, muss diese in drei Gruppen eingeteilt werden, die sich untereinander nicht mischen dürfen – am besten tragen die Kleingruppen T-Shirts in verschiedenen Farben“, erklärt Maria Krüger. Bereits bei der Anmeldung wird mit der Gruppenleitung ausführlich darüber gesprochen, wie sich die Besucher in der Jugendherberge verhalten müssen. Zum Hygienekonzept gehört darüber hinaus, dass alle nicht notwendigen Gegenstände aus den Räumen entfernt werden – von Zeitschriften auf den Zimmern bis zu Salzstreuern auf den Tischen. An der Rezeption, an der Essensausgabe und in der Spülküche wurden Scheiben als Spuckschutz montiert.