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Neuss: Besuch der Kanzlerin macht Neusser kreativ

Neuss : Besuch der Kanzlerin macht Neusser kreativ

Angela Merkel spricht heute ab 19 Uhr auf dem Münsterplatz. Die Veranstalter rechnen mit 2000 Besuchern. Ab 13 Uhr wird gesperrt.

Die Kanzlerin kommt — "und wir sind schon da": Ulrike Klee macht mit der heutigen Kundgebung von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Münsterplatz Werbung in ganz eigener Sache. "Frisur und Kleidung der Kanzlerin — bei Frauen ist das sofort ein Thema", sagt die Inhaberin des Friseursalons "Münsterhaar", die das Plakat der Kanzlerin mit der Zeile betitelt: "Haare gut — alles gut!".

Um 19 Uhr hätte Klee zwar Feierabend, wird sich aber auf jeden Fall die dann beginnende Rede der Regierungschefin anhören, die am Tag zehn vor der Bundestagswahl auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe Neuss besucht.

Merkel in Neuss: Für die Piratenpartei Nordrhein-Westfalens hat das was. Dass die Kanzlerin ausgerechnet in der Stadt spricht, in der der Bundesnachrichtendienst und der US-Geheimdienst CIA eine Datenbank über Islamisten aufbauten, nennt die Partei brisant, weil die Merkel-Regierung versuche "diesen Skandal von oben herab für beendet zu erklären." "Stop Watching us —Freiheit statt Angst" steht deshalb über einer Gegenkundgebung der Piraten auf dem Markt. Dort werden ab 16 Uhr neben den Neusser Landtagsabgeordneten Joachim Paul und Lukas Lamla auch Melanie Kalinowski erwartet, die Spitzenkandidatin der NRW-Piraten.

Die Kundgebung mit der Kanzlerin aber soll das nicht stören. Für die beginnen ab 9 Uhr heute früh die Aufbauarbeiten, ab 13 Uhr richten Polizei und das städtische Amt für Verkehrslenkung Halteverbote ein und sperren Straßen. Bis gegen 21 Uhr, wenn die Kanzlerin schon auf dem Rückflug nach Berlin ist, kann es um Münsterplatz, Freithof, Quirinusstraße, Rheinstraße, Glockhammer und Krämerstraße zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Der Besuch der Bundeskanzlerin ist für die Polizei ein besonderer Einsatz, wie Polizeisprecher Hans-Willi Arnold betont. In die Karten schauen lässt sich die Polizei aber nicht. "Wir tun, was nach Absprache mit dem Bundeskriminalamt nötig ist", sagt Arnold. Die hatte den Münsterplatz schon vor Wochen unter Sicherheitsaspekten geprüft und keine Einwände. Anlieger erhielten nur die Auflage, keine Gegenstände vor den Geschäften oder Häusern stehen zu lassen, die sich etwa als Wurfgeschosse missbrauchen ließen. Der Zugang zum Markt selbst ist für alle Besucher frei. Nur wer in den engeren Sicherheitsbereich mit Platz für 400 geladene Gäste will, muss sich Kontrollen gefallen lassen.

Von der Parteiprominenz der Union hat sich nach den Stadt- und Kreisvorsitzenden, Jörg Geerlings und Lutz Lienenkämper, noch Armin Laschet angekündigt, der Landesvorsitzende. Auch er wird einige Worte an die gut 2000 Zuschauer richten, mit denen die Veranstalter der CDU planen.

Damit sich möglichst viele Neusser eingeladen fühlen, war gestern das "Team Deutschland" der CDU mit Transparenten in der Innenstadt unterwegs. Geworben hat auch Ulrike Klee — auf ihre Weise. Und sie verspricht ein ganz anderes Vorprogramm als die CDU: Waschen und Kopfmassage

(NGZ)