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Besuch auf dem Schützenfest Neuss: Laschet lobt die Schützen

Bei Besuch mit Gastgeschenk : Laschet lobt die Neusser Schützen

Der Ministerpräsident dankte für Brauchtum, Bürgersinn und Weltoffenheit.

Noch vor dem Festumzug am Nachmittag, an dem er in einer Kutsche teilnahm, hat Armin Laschet am Sonntag begeistert Zwischenbilanz beim Neusser Schützenfest gezogen. Wenn überall in Deutschland Tradition so gelebt würde, sagte der Ministerpräsident, dann wäre ihm weniger bang um das Land. In Neuss sei Brauchtum wichtig, sei Tradition wichtig, doch verbinde der Neusser diese Werte mit Weltoffenheit und Toleranz. Offenbar nahm der Landesvater einen Gedanken von Präsident Martin Flecken auf, der in seiner Rede bei der Parade erklärt hatte, die Schützen seien bereit, „Menschen, die zu uns kommen und unsere Hilfe benötigen“, mit offenen Armen aufzunehmen.

Armin Laschet adelte mit seinem Besuch als Ehrengast das Neusser Schützenfest. Zuletzt hatte vor 65 Jahren mit Karl Arnold ein Landesvater an der Königsparade teilgenommen. Wie damals Arnold, so brachte gestern auch Laschet eine Fahnenschleife in den Landesfarben mit, die er zur Parade auf dem Markt vor voll besetzten Tribünen an der Regimentsstandarte befestigte.

  • Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Rede
    Neusser Schützenfest : Ministerpräsident Laschet Ehrengast bei der Königsparade
  • Fotos : NRW-Ministerpräsident Laschet zu Gast beim Neusser Schützenfest
  • Schützenkönig Georg Martin und Angelika Kunz
    Rathaus-Biwak in Neuss : Bewegung für das Brauchtum

Die Neusser feiern alljährlich am letzten August-Wochenende ihr Schützenfest, das größte am Rhein. Mit 7705 Schützen und Musikern zog am Sonntag auch für Schützenkönig Georg Martin ein Regiment in Rekordgröße auf. An seiner Seite komplettierten der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, der zuvor das Festhochamt zelebriert hatte, sowie Elmar te Neues, Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein. Der Krefelder Unternehmer empfindet den Dreiklang von Brauchtum, Wirtschaft und Kultur als typisch für die Stadt Neuss.

Eine Schrecksekunde durchlebten die Organisatoren des Festes im Anschluss an die Königsparade. Regimentsoberst Walter Pesch rutschte beim Absteigen von seinem Pferd aus und verletzte sich offenbar so schwer, dass ihm Komiteemitglied Achim Robertz, ein Arzt, riet, sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Der Umzug am Nachmittag fand zwar ohne Pesch, aber ansonsten ohne Einschränkungen statt.

Am Montag wird das Fest mit den großen Biwaks fortgesetzt, zu denen teilweise mehr als 1000 Schützen geladen sind. Am Dienstag wird zum Abschluss der neue König ermittelt. Drei offizielle Bewerbungen liegen bisher vor.