"Berliner Gespräche" in Neuss: Auf Einladung der SPD gastierte die parlamentarische Staatssekretärin Kerstin Griese jetzt in der Trafostation.

Kerstin Griese zu Gast in Neuss: Gespräche über die Arbeit der Zukunft

Auf Einladung der SPD gastierte die parlamentarische Staatssekretärin Kerstin Griese jetzt in der Trafostation.

Viele in Deutschland lebenden Menschen sind nicht zu 100 Prozent glücklich mit der aktuellen politischen Lage – das ist kein Geheimnis. Um über Probleme, Wünsche und bevorstehende Anträge zu sprechen, lud der SPD-Kreisverband Neuss zur Reihe „Berliner Gespräche“ jetzt in die Trafostation ein. Zum Thema „Die Arbeit der Zukunft und der Sozialstaat von morgen“ diskutierten etwa 70 Genossen mit Vertretern der IHK, der Arbeitsagentur, der DGB und dem Dekan der Uni Köln.

Nach der kurzen Begrüßung des Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes, Sascha Karbowiak, erläuterte die parlamentarische Staatssekretärin des Bundesarbeitsministeriums, Kerstin Griese, mit 20 Minuten Überlänge und gefühlt ohne Luft zu holen von der aktuellen Situation Deutschlands. Gespannt lauschten die Gäste, nachdem sie zu Schnitzel und Frikadellen hitzige Gespräche führten, den Worten Grieses.

Bürgermeister und Sozialdemokrat Reiner Breuer durfte unter den Zuhörern natürlich nicht fehlen. „Der Arbeitsmarkt in Zeiten der Digitalisierung verändert sich. Dinge wie Smartphones und künstliche Intelligenzen beeinflussen jeden Arbeitsplatz“, so Griese. Dies heißt laut der Politikerin jedoch nicht, dass Maschinen Menschen ersetzen. „Die Arbeit wird nicht ausgehen, sie wird sich nur verändern.“

Bis 2025 sollen 1,3 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, dafür 2,1 Millionen geschaffen werden. Wichtig sei dabei die Weiterbildung der Arbeitnehmer, damit sie mit dem digitalen Wandel gehen. Mit der Aussage, dass „es wichtig ist, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Maschine“ erntete Griese großen Applaus und Zustimmung. Auch möchte sie Familien unterstützen und Dinge wie die Zuzahlung zum Schokoticket und des Mittagessens in der Schule seitens der Eltern abschaffen und die Weiterbildung von Arbeitslosen finanzieren.

In der anschließenden Podiumsdiskussion fragte Moderator und Kreisvorsitzender Daniel Rinkert den Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz, wie diese Maßnahmen denn finanziert werden könnten. Doch eine klare Antwort bekamen die Zuhörer nicht, sondern erfuhren, dass sich die Arbeitslosenquote von 2005 bis heute fast halbiert habe.

Angela Schoofs, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Mönchengladbach, gab an, dass viel erreicht wurde, aber auch noch viel Veränderungen anstehen müssen. „Mich macht es aber fuchsig, wenn die AfD nur mit Schwarz-Weiß-Lösungen daherkommt.“

Weiter ging sie auf diesen Punkt nicht ein. Dennoch erntete sie dafür Beifall. „Unser Ziel dieser Berliner Gespräche ist es, anschließend Anträge im Bundestag einzubringen“, so Rinkert. So möchte die SPD weg von Hartz IV und ein Recht auf Weiterbildung. „Wir sind außerdem für eine Vier-Tage-Arbeitswoche.“

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