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Neuss/Düsseldorf: Beifall für Metropolregion

Neuss/Düsseldorf : Beifall für Metropolregion

Bürgermeister Herbert Napp erhält für seinen Vorstoß, in Kooperation mit Düsseldorf eine "Metropolregion Rheinland" zu initiieren, Zustimmung. Schon im Herbst soll es einen Regionalgipfel geben.

Die Reaktion auf den Vorstoß von Herbert Napp sind positiv: "Auch wenn die Idee vom Bürgermeister kommt, ist sie gut", sagt Reiner Breuer, Fraktionsvorsitzender der Neusser SPD. Nicht nur er sieht große Chancen für Neuss als Mitglied einer Metropolregion, die von den großen rheinischen Städten gebildet werden könnten.

Um an EU-Fördermittel für Projekte von regionaler Bedeutung zu kommen, hat Napp in dieser Woche den Schritt nach vorn getan: Beim Treffen der beiden Verwaltungsvorstände von Neuss und Düsseldorf in der Landeshauptstadt sprach er mit Düsseldorfs OB Dirk Elbers über dieses Thema.

Dass der große Nachbar bereits zur Metropolregion Rhein-Ruhr zählt, ist für Napp kein Hindernis, eher eine Chance: "Sie findet tatsächlich nicht statt." Das bestätigt auch Kai Schumacher, Rathaus-Sprecher in Düsseldorf gegenüber der NGZ: "Diese Metropolregion wird nicht gelebt. De facto leben wir statt dessen längst in einer Kooperation mit Neuss, Köln und einigen Kreisen."

Der Neusser Rathaus-Chef sieht für eine "Metropolregion Rheinland" große Chancen für eine effektive Zusammenarbeit "von Bonn bis Krefeld/Mönchengladbach", weil der Wirtschaftsraum bereits eng verknüpft sei. Unter dem Leitthema Raumordnung seien viele Kooperationen in Wirtschaftsfragen, beim Standortmarketing oder beim Verkehr denkbar.

Mit diesen Gedanken liege Napp, so Kai Schumacher, "nicht falsch. Düsseldorf ist in der Verantwortung, in Sachen Rheinschiene aktiv zu werden." Er kündigte an, dass es im Herbst zu diesem Thema eine Regionalkonferenz geben werde. Unterstützung signalisiert auch Karl Heinz Baum, Fraktions-Chef der CDU in Neuss: "Ich unterstütze Napp. Es gibt vieles, was man gemeinsam besser erledigen kann." Neusser Sorgen vor dem (zu) mächtigen Nachbarn entgegnet Reiner Breuer: "Es geht nicht um eine kommunale Neugliederung, sondern um eine Neuorientierung in der Region."

In den ermutigenden Tenor stimmt einer nicht ein: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der sich bereits mit dem Rhein-Kreis der Region Köln/Bonn angeschlossen hat. Die Neusser Initiative in Richtung Düsseldorf sei "nichts Neues". Der Bürgermeister habe lediglich für das Gespräch mit Düsseldorf ein Thema gesucht, "das ihn in die Schlagzeilen" bringe.

Neuss und Düsseldorf seien mit 700.000 Einwohnern "zu kleine für eine Metropolregion" und "mit dem Ruhrgebiet verbindet Neuss doch wohl nichts". Düsseldorf müsse die Frage beantworten: "Wie halte ich es mit Köln?"

(NGZ)