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Bebauungsplan soll Partylocation "Tribehouse" in Neuss sichern

Hoffnung für Partylocation „Tribehouse“ am Baggersee : Bebauungsplan sichert „Kiesgrube“

Rat kann Freitag ein schnelles Aus für die Partylocation am Baggersee abwenden.

Die Eventlocation „Tribehouse“, in Neuss besser bekannt als „Kiesgrube“, soll dauerhaft gesichert werden. Das Instrument dazu ist ein Bebauungsplan für die über 6200 Quadratmeter große Fläche an dem Baggersee zwischen Bonner Straße und Am Blankenwasser. Den Beschluss zur Aufstellung eines solchen Plans soll der Rat am Freitag fassen, der sich dabei aber der Zustimmung der Menschen vor Ort sicher sein kann. Denn der Bezirksausschuss Uedesheim als deren Vertretung stimmte einstimmig dem Einstieg in das Verfahren zu.

„Wir wollen die Partylocation dort auf jeden Fall erhalten“, sagt der Vorsitzende Stefan Crefeld (CDU), auch wenn die Bezirksvertreter Fragen und Sorgen zu Lärm, Abfall und Verkehrsfragen zu Protokoll gaben. Die sollen nun im Verfahren abgearbeitet und beantwortet werden.

Ursprünglich sollte Ende dieses Jahres Schluss sein mit Sonne, Sand und Partyspaß. Dann nämlich läuft die befristet erteilt Baugenehmigung aus. Für das kommende Jahr war geplant, die Fläche zu bepflanzen und so ökologisch aufzuwerten. Das soll nun an anderer Stelle im Stadtgebiet geschehen.

Die Baugenehmigung einfach um ein Jahr zu verlängern, um in Ruhe an einer dauerhaften Lösung arbeiten zu können, geht nach Darstellung der Verwaltung nicht. Vielmehr ist ein neuer Antrag des Tribehouse-Betreibers nötig, der zunächst auch nur befristet genehmigt werden könnte. Das allerdings dann gleich bis zum 31. Mai 2025, wenn der Pachtvertrag der Stadt für diese eigentlich private Gewerbefläche ausläuft. Eine Verlängerung darüber hinaus wäre möglich, das aber müssten dann Betreiber und Eigentümer untereinander verhandeln. 

Mit Fortsetzung der Partylösung geht der Stadt netto gut ein halber Hektar potenzieller Gewerbefläche verloren. Eine Verlagerung des Tribehouse an eine andere Stelle ist aber keine Option. „Die Eventlocation hat ein sehr spezifisches konzept (Open Air) mit Aufbauten, die ganzjährig stehen bleiben können“, fasst die Verwaltung ihre Analyse zusammen. Ein vergleichbarer und verfügbarer Standort, der auch noch ähnlich gut erreichbar ist, habe bislang nicht identifiziert werden können.

Mit einem städtebauliche Vertrag sollen Regelungen etwa zu einem Verkehrskonzept verabredet werden. Zudem will die Stadt so die Zahl der Party-Veranstaltungen auf zehn im Jahr begrenzen. Aber: Ein kurzfristiges Aus wäre abgewendet.