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Bauverein startet mit Pilotprojekten in Neuss Offensive zur E-Mobilität

Wohnen, leben und arbeiten in Neuss : Bauverein startet mit Pilotprojekten eine Offensive zur E-Mobilität

Größtes Neusser Wohnungsunternehmen startet Pilotprojekt. Im Quartier Südliche Furth werden ab Frühjahr zwei Elektroautos und zwei E-Lastenräder stationiert. Alle Interessenten können Angebot nutzen. Mieter erhalten Rabatt.

Der Buchstabe E steht für Elektro und soll schon bald als Markenzeichen für den Neusser Bauverein stehen. Das größte Wohnungsunternehmen im Rhein-Kreis testet im Quartier Südliche Furth mit knapp 1000 Bewohnern den Einsatz von E-Lastenrädern und Elektroautos zum Teilen. „Ein attraktives, nachhaltiges und zukunftsfähiges Mobilitätsangebot muss auf mehreren Bausteinen aufbauen“, sagt Frank Lubig, der Vorstandsvorsitzende. Gelingt das Pilotprojekt an der Karl-Arnold- und der Wingenderstraße, sollen die Angebote zur E-Mobilität stadtweit bei den geplanten Neubauvorhaben im Augustinus-Park an der Nordkanalallee, in Norf und anderswo integriert werden.

Die städtische Neusser Bauverein AG ist ein kommunales Unternehmen der Daseinsvorsorge, das für breite Bevölkerungsschichten bezahlbaren Wohnraum schafft. Zur Daseinsvorsorge zählen auch Umwelt-, Klima- und Naturschutz. Ein Mosaikstein in diesem grünen Puzzle ist die Mobilität. Laut des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung fährt jeder Zweite mit seinem Auto weniger als zehn Kilometer, nutzt es nur eine Stunde am Tag und dazu meist auch noch allein. Trotzdem, so rechnet Niki Lüdtke, Projektverantwortlicher für E-Mobilität beim Bauverein, vor, fallen Kosten für Steuern, Versicherungen, Benzin und Reparaturen an. Umweltfreundlicher fahre man beim Carsharing, das laut Wissenschaftler vom Bundesinstitut bis zu 20 private Fahrzeuge ersetze „und gezahlt werden nur die gefahrenen Kilometer beziehungsweise die Nutzungsdauer“. Ziel sei es, Städte vom Autoverkehr zu entlasten, um die Lebensqualität zu erhöhen, etwas fürs Klima zu tun und Freiräume zu schaffen, weil weniger Parkplätze benötigt werden.

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Die Manager auf der Chefetage des Neusser Bauvereins wollen nicht nur reden und appellieren, sondern handeln jetzt. „Wir fangen einfach mal an“, sagt Niki Lüdtke. Das Ergebnis sind zwei Pilotprojekte, die im Frühjahr gestartet werden und die sich beide auf das Quartier Südliche Furth beziehen.

Vor dem Haus Nummer 15 an der Wingenderstraße werden zwei Renault Zoe ihre feste Station haben. Über eine App können die Fahrzeuge gebucht werden. So lasse sich ein E-Auto zu einem gewünschten Termin reservieren. Das Angebot entwickelte der Bauverein in Kooperation mit den Stadtwerken, einem weiteren städtischen Unternehmen der Daseinsvorsorge.

Auch für den, der aufs Auto verzichten will und dennoch Güter transportieren muss, hält der Bauverein bald eine Option bereit. Zwei E-Lastenräder werden nahe dem Treff 20 ihren (Lade-)Standort haben. Pilotpartner ist das Start-up Sigo Green. Die Verträge sind unterschrieben. Wer die E-Räder nutzen möchte, registriert sich über die Sigo-Green-App. Einkäufe lassen sich so einfach erledigen, die Kinder zur Kita bringen oder zum Picknick ins Grüne fahren. Alles läuft automatisch, auch die Bezahlung.

Das neue Bauverein-Angebot richtet sich nicht nur an Mieter, die Rabatte bekommen. Alle Neusser können mitmachen. „Wenn jeder kleine Schritte macht“, sagt Niki Lüdtke, „macht man zusammen große.“ Diese Idee stecke hinter dem Gedanken des Teilens: „Zu verzichten, ohne wirklich zu verzichten.“ Der Bauverein fährt mit E-Mobilität in eine grüne Zukunft.