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Neuss: Bauland in Neuss ist knapp

Neuss : Bauland in Neuss ist knapp

Die Zahl der Grundstücksverkäufe in Neuss war nie geringer als im Vorjahr. Das belegt der amtliche Grundstücksmarktbericht. Vor allem Bauland für individuelle Bauvorhaben gibt es kaum. Ein Politikum.

Die Wohnungswirtschaft in Neuss ist nicht unzufrieden. Das Geschäft mit gebrauchten Immobilien läuft sehr gut, die Preise ziehen an. Einen Haken hat die Sache allerdings, wie Alexander Busch als Sprecher der Neusser Immobilienbörse Neuss (NIB) betont: Befeuert werde dieses Geschäft vor allem durch die Tatsache, dass "im Neubaubereich nichts mehr läuft". Denn unbebaute Grundstücke kommen kaum noch auf den Markt.

Die Aussage des Maklers belegt der amtliche Grundstücksmarktbericht, den der Gutachterausschuss der Stadt Neuss jetzt veröffentlicht hat. 1138 Immobiliengeschäfte aus dem vergangenen Jahr haben Peter Rath und seine Mitarbeiter untersucht. Nur 56 Kauffälle bezogen sich auf den Verkauf von Grundstücken für Wohnungsbau. Das, so Rath, markiert den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995.

Eine "dramatisch geringe Zahl" kommentiert Bürgermeister Herbert Napp, "da muss mehr gemacht werden" pflichtet ihm Peter Ott als planungspolitischer Sprecher der SPD bei. Aber während Napp abwarten will, bis die Bezirksregierung im Zuge der Vorbereitungen des neuen Flächennutzungsplanes grünes Licht für die Entwicklung von Bauland gibt — "dann können wir unsere Pläne aus der Schublade holen" — will Ott das Thema sofort angehen. Das Baugebiet Kreuzfeld in Uedesheim müsse unverzüglich als Bauland entwickelt werden, sagt Ott. Sein Argument: Die Mantelbevölkerung im Ort zu stabilisieren. Sein Instrument: Flächentausch mit — so sein Vorschlag — Rosellen.

Dass gar kein Bauland mehr veräußert wird, belegt der Grundstücksmarktbericht nicht. Der Flächenumsatz erreicht sogar Vorjahresniveau. Allerdings gingen große Parzellen an Projektentwickler. Das beklagen die Makler, für die Busch feststellt: "Was an den freien Markt kommt, sind nur Häppchen." Das stimmt auch den Bürgermeister nachdenklich. Es sei wichtig, Grundstücke für Bauherren auszuweisen, die "nicht von der Stange kaufen wollen." Auch deshalb, nennt er ein städtebauliches Argument, weil sich ein solches Quartier nicht "bauträgeruniform darstellt".

In Euro und Cent ausgedrückt, veranschlagt der Gutachterausschuss den Wert eines Quadratmeters Bauland mit rund 300 Euro. Die Spanne allerdings ist groß: Sie reicht von 185 bis 450 Euro. Dabei stiegen die Quadratmeterpreise im Neusser Norden um 1,5 Prozent, sanken im Süden allerdings um 3,5 Prozent. Das Neubaugebiet Allerheiligen wirke dort dämpfend, analysiert Rath.

Der Preis für schlüsselfertige Ein- und Zweifamilienhäuser stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn, der für Bestandsimmobilien in diesem Segment um 2,5 Prozent.

(NGZ)