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Neuss: Baugebiet Marianum: Ärger um Zufahrten

Neuss : Baugebiet Marianum: Ärger um Zufahrten

Wer als einer der ersten Bewohner in ein Neubaugebiet zieht, hat erst einmal schlechte Karten: Er muss sich darauf einstellen, zumindest für eine gewisse Zeit Baulärm, Dreck und andere Belästigungen zu ertragen.

Doch wo liegt die Schmerzgrenze? Für Astrid Gondesen ist sie im Neubaugebiet Marianum nahe dem Lukaskrankenhaus an der Preußenstraße eindeutig überschritten. "Wir können zeitweise unser Grundstück nicht erreichen", sagt die 43-Jährige, die im April mit ihrem Mann Stefan Thielen eingezogen ist.

Ihr Haus Nummer 31 liegt am Kopf der Ringstraße durch das Viertel. Der Vorteil der Lage: Sie ist nahe am Park. Der Nachteil zumindest während der Bauphase: "Ständig ist die Straße versperrt." Mal verhindert ein Kran die Durchfahrt, während auf der anderen Seite gepflastert wird. Dann wieder stehen Wagen der Handwerker und der Umzugsunternehmen auf beiden Seiten der Straße — Durchkommen unmöglich. Stefan Thielen hat wegen der Verspätungen bereits Ärger mit seinem Arbeitgeber bekommen. Gondesen fragt, was passiert, wenn es im Not- oder Rettungsfall einmal schnell gehen muss.

Ein Stück Weg ist noch Baustraße, allerdings in einem denkbar schlechten Zustand. Gondesen: "Unser Auto hat diverse Schäden am Boden, an Stoßdämpfern und am Auspuff davongetragen." Was Astrid Gondesen besonders ärgert: "Ich habe Handwerker der verschiedenen Firmen angesprochen und gebeten, den Weg frei zu machen." Als Reaktion kam die Antwort, dort sei ein reines Baugebiet, dort hätten die Handwerker Vorrang und nicht die Anwohner.

Ein Hauptproblem für den Ärger liegt in den Augen der Anwohnerin darin, dass zunächst die Häuser im hinteren Bereich des Baugebiets fertig gestellt und bezogen wurden, im vorderen Bereich aber jetzt erst intensiv gearbeitet werde.

Frank Lubig, Vorstandsvorsitzender der Neusser Bauverein AG, kennt den Ärger über Unzulänglichkeiten in Neubaugebieten. Er wundert sich allerdings über den Zeitpunkt: "Wir sind dort fast fertig, 90 Prozent der Arbeiten sind gemacht." Weitere Beschwerden habe es nicht gegeben.

(NGZ)