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Neuss: Basis stärkt ihrem CDU-Chef Geerlings den Rücken

Neuss : Basis stärkt ihrem CDU-Chef Geerlings den Rücken

Christdemokraten bestätigen auf dem Stadtparteitag dem Vorsitzenden mit 88,5 Prozent im Amt. Hüsch attackiert FDP.

Partei-Chef Jörg Geerlings (40) sitzt fest im Sattel. Der promovierte Jurist, der seit 2005 an der Spitze der Neusser CDU steht, wurde gestern Abend eindrucksvoll für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt: 88,5 Prozent der 168 abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn. Direkt nach Bekanntgabe des Ergebnisses durch Wahlleiter Heinz Günther Hüsch bedankte sich ein spürbar erleichterter Geerlings für die "tolle Unterstützung". Zum Vergleich: Vor zwei Jahren hatte der Vorsitzende 90,8 Prozent auf sich vereinigen können — zwischen den beiden Abstimmungen lag seine schmerzliche Niederlage bei der Landtagswahl im Mai 2012.

Geerlings darf sich als Sieger des Wahlparteitages fühlen, denn auch seine Favoriten auf die beiden Stellvertreterposten setzten sich überraschend deutlich durch. Die beiden bisherigen Amtsinhaber Klaus Karl Kaster (71) und Elisabeth Heyers (53) lagen mit 130 beziehungsweise 120 Stimmen weit vor ihrer Herausforderin Bärbel Kohler (54), die bei lediglich 38 Stimmen hängen blieb. "Etwas mehr hätte es schon sein können", befand dann auch Klaus Goder (55), der Vorsitzende der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung (MIT), die die Kandidatur ihres Vorstandsmitglieds Bärbel Kohler unterstützt hatte.

Der Stadtparteitag verlief in ruhigen Bahnen. Die Harmonie, die sich in den Wahlergebnissen spiegelte, prägte die gesamte Versammlung. Der Tagesordnungspunkt "Aussprache" blieb gar ohne Wortmeldung. So übernahm Altmeister Heinz Günther Hüsch (83) den emotionalen Part, attackierte vor allem den liberalen Koalitionspartner im Neusser Stadtrat für sein Verhalten zur Landtagswahl. Er machte die FDP für den Verlust des Direktmandats für das bürgerliche Lager verantwortlich. Wenn die FDP "ein bisschen politischen Grips" gehabt hätte, so wetterte Hüsch unter dem Beifall der Christdemokraten, hätten sie dem CDU-Kandidaten die Erststimme gegeben, statt "faul in der Hängematte zu liegen" und auf Zweitstimmen aus dem CDU-Lager zu warten. Und Hüsch drohte kämpferisch: "Das werden wir uns für die nächsten Wahlen merken."

(NGZ/rl)