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Neuss: Barbaraschule ist Geschichte

Neuss : Barbaraschule ist Geschichte

Seit Mittwoch ist die Grundschule offiziell in der städtischen Verbundschule "Die Brücke" aufgegangen, deren Namen sie als zweiten Standort angenommen hat. Nun hat sie einen neuen Träger und neue Herausforderungen.

Das Schild "Barbaraschule — städtische Gemeinschaftsgrundschule" hängt noch am Zaun, aber diesen Namen trägt die Einrichtung seit Mittwoch nicht mehr. Seit diesem Tag hat sich auch für Sylvia Decker einiges geändert: Sie ist nicht mehr kommissarische Leiterin der Barbaraschule und Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule "Die Brücke", sondern nur noch Schulleiterin der ersten Verbundschule in Neuss: Seit eben jenem Mittwoch heißen beide Offene Ganztagsschulen (OGS) "Die Brücke" und liegen an zwei Standorten — weiter am bisherigen am Weißenberger Weg und nun zusätzlich an der Heerdter Straße, wo die Schule bislang Barbaraschule hieß.

Für Sylvia Decker ist diese neue Regelung einerseits "entspannend, weil ich nicht mehr alles hundertprozentig doppelt machen muss: Schulpflegschafts- und Elternkonferenzen zum Beispiel werden jetzt nur noch einmal geführt". Auf der anderen Seite gibt es "die neue Herausforderung, aus zwei Systemen eins zu machen", erklärt Decker. Beide Standorte müssten sich angleichen, die Schulprogramme gemeinsam gestaltet werden, bis ein einheitliches System erwachse.

Decker selbst findet es "schade, dass der Name Barbaraschule nicht mehr in offiziellen Texten vorkommen kann". Das lasse die Bezirksregierung nicht zu, die den Namen "Die Brücke" einheitlich für beide Standorte offiziell registriert hat. "Da ich weiß, was die Barbaraschule für das Barbaraviertel bedeutet, finde ich das schade", sagt Decker.

Als größte Änderung bei der Zusammenführung nennt Decker neben dem Start des Inklusionsunterrichts an der Ex-Barbaraschule, dass "wir zusammen mit der Stadt dem bisherigen Träger der OGS gekündigt haben". Das war bis 30. Juli die Arbeiterwohlfahrt (Awo), seit 1. August ist es der Verein "Schib" ("Schule, Integration, Betreuung"), der schon Träger der "Brücke" war. "Das war eine Entscheidung der Eltern an der früheren Barbaraschule", sagt Christiane Zangs, Beigeordnete für Schule, Kultur und Bildung der Stadt. Decker betont: "Mit einem Träger für beide Standorte wollen wir das erreichen, was wir bei der Brücke haben: eine starke Verbundenheit zwischen Vormittag- und Nachmittag-Betreuung."

Leiterin des neuen Trägers, der am Weißenberger Weg 21 und an der Heerdter Straße sechs Betreuer stellt, ist Elke Wadewitz. Eine Sache, die sie verbessert sehen möchte, ist die Verpflegung: "Vorher gab es an der Barbaraschule eine Warmanlieferung. Ich finde aber, wenn das Essen um 10 Uhr geliefert wird und dann bis mittags warmgehalten wird, ist das nicht so lecker. Bei uns kommt das Essen frisch an." Ebenfalls frisch ist die neue Farbe, die Schib in einigen Räumen der Ex-Barbaraschule angebracht hat.

Drei neue Betreuer und drei "altgediente" bringt Schib an die frühere Barbaraschule mit. Von der Awo ist keiner mehr da. "Wir haben dem Personal des früheren Trägers mitgeteilt, dass es sich auf die Stellen bewerben kann", sagt Wadewitz. "Das hat aber niemand getan." Bei den Lehrkräften sieht das anders aus: "Die Lehrer wurden offiziell an die Brücke versetzt, aber sie bleiben in ihren Räumen", sagt Decker.

(NGZ/rl)