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Babette Lutz-Lorenz betreibt in Neuss ein Keramik-Atelier

Kreativ in Neuss : „In der Potteria werden alle zu Künstlern“

Babette Lutz-Lorenz, ehemalige PR-Managerin, hat für sich das Bemalen von Keramik entdeckt. In ihrer Potteria vermittelt sie das auch anderen und ist überzeugt: „Das kann jeder.“

Als einen „Ort der Freude, des Lichts und Glücks“ beschreibt Babette Lutz-Lorenz ihren Arbeitsplatz in der Neusser Innenstadt. Die Künstlerin führt seit 2018 in einem Hinterhof an der Rheintorstraße eine Potteria mit Kunstatelier. „Keramik bemalen ist eine der ursprünglichsten Beschäftigungen der Menschen“, sagt sie. Und das Schöne daran: Keramik bemalen kann wirklich jeder. Ob beim Kindergeburtstag Junggesellinnenabschied, bei der Firmen- und Praxisfeier oder den Angeboten beim freien Malen auf Leinwand – „in der Potteria werden alle zu Künstlern“, sagt Lutz-Lorenz, und: „Die Keramik überspringt den ersten Schritt und die Angst, den ein Ungeübter vielleicht empfindet, wenn er vor einer weißen Leinwand steht. Das Werkstück gibt in seiner Dreidimensionalität die Form schon vor und inspiriert so direkt zu ersten Ideen:“ Die gebürtige Kölnerin wuchs in einer Künstlerfamilie auf, hatte schon immer Spaß am Malen, sich dann aber nicht getraut, Kunst zu studieren, sondern arbeitete zunächst lange als PR-Managerin. Nach einer konsequenten beruflichen Umorientierung malte sie in ihrem Neusser Atelier abstrakte Kunstwerke und suchte dann nach „etwas, das ein wenig Struktur und Regelmäßigkeit in das Künstlerdasein bringt.“ Durch Zufall lernte sie das Keramik-Malen kennen und war vom ersten Pinselstrich begeistert.

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Die Neusserin Suzana Rieke half Babette bei der Erstellung einer Homepage und eines Online-Shops in der Corona-Zeit, die Innenarchitektin Judith Heisterkamp sorgte dafür, dass das Hinterhofgebäude einen ganz individuellen Charme bekam. Und so eröffnet sich den Interessierten eine ganz eigene Welt: ein freundlicher in Weiß und Blau gehaltener heller Raum, ein großes Regal mit dem umfangreichen Sortiment an Rohkeramiken, die Farben in der Mitte kreisrund aufgebaut und Tische mit Stühlen für die Künstler. Neben Tassen sowie sämtlichen Geschirrteilen können zum Beispiel auch Kannen, Schüsseln, Vasen, Hundenäpfe, Eierbecher oder Spardosen bemalt werden. Und: „Zu jedem Fest und zu jeder Jahreszeit habe ich immer passende Keramik da,“ sagt die 54-jährige, die mit ihrer Familie in Uedesheim lebt. Auch die Abdrücke von Babyfüßen auf Tellern sind eine beliebte Erinnerung.

In der Corona-Zeit konnten natürlich keine Maltermine stattfinden und so kam ein Online-Shop dazu, der auch heute noch die Möglichkeit des „Malens zuhause“ bietet: Man kann sich Malpakete zusammenzustellen, abholen und das Kunstwerk zum Glasieren und Brennen wieder zurückbringen. Denn im Ofen blühen die Farben richtig auf. „Die Menschen bekommen ihre Schätze schöner wieder als sie vorher waren.“ „Keramik wird immer schön, da muss man kein Künstler sein“. sagt Lutz-Lorenz. Zum eigentlichen Termin des Schützenfestes gibt es eine besondere Form: Bierkrüge. „Es ist eine große Freude zu sehen, wie viel Spaß auch erwachsene Männer entwickeln, wenn man sie mit Pinsel und Palette ausstattet.“