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Neuss: Autorin plant "Liebes-Buch"

Neuss : Autorin plant "Liebes-Buch"

Susanne Bünder möchte ein "emotionales Buch" mit vielen Geschichten veröffentlichen.

Sie möchte die Liebeserlebnisse möglichst vieler Menschen veröffentlichen; Erlebnisse, die über den Tod hinausgehen oder aber in Enttäuschung endeten, die beglückt oder frustriert haben. Sie will die launenhaften Wege, die die Liebe manchmal nimmt, einfach beschreiben.

Die Idee dazu kam Susanne Bündner, als sie Post erhielt. Jede Menge Post, in Briefen oder als E-Mail. Es waren Schreiben, um die sie gar nicht gebeten hatte, die aber trotzdem zu ihr gelangten als Reaktion auf ihr im Selbstverlag veröffentlichtes Buch: "Der nächste Mann, der sagt er wäre anders, der kriegt eine aufs Maul". Das ist ein Buch, in dem sie ihre Enttäuschung über eine Beziehung zu einem Mann aufgeschrieben hat und das für sie "wie eine Selbsttherapie" war. Denn es hat ihr gezeigt, dass man Enttäuschungen – mit Abstand und vor allem Humor betrachtet –einfacher verwinden kann: "In dem Moment, wo man es humoristisch hinstellt ist es, als würde man das von sich wegschreiben."

Den Mut, das Erlebte zu veröffentlichen, hatte sie ebenfalls und postete das Buch bei Facebook. "Die Hälfte der Männer, die das Buch gelesen hat, fand mich unmöglich", erzählt sie, "aber viele Frauen gaben mir Recht." Und aufgrund dieses Buches kamen die vielen Geschichten in ihr Postfach. "Geschichten von anderen, die ähnliches erlebt haben", sagt sie. Susanne Bünder bekommt Zuschriften von wildfremden Menschen, kennt nicht die Gesichter zu den Geschichten und ist hin- und hergerissen.

"Ich bekomme ganze Liebeskorrespondenzen, vor Jahren aufgeschriebene Erinnerungen älterer Menschen oder ganz persönliche Deutungen der Liebe." Was Bünder dabei auch fasziniert, sind die vielen unterschiedlichen Benennungen, die Liebende für sich finden.

"Was manche Menschen für Worte benutzen, um ihre Liebe zu beschreiben, ist einfach phänomenal." Das "emotionalste" Buch, das die Neusserin nun plant, wird also nicht aus ihrer eigenen Feder stammen. Viele werden es schreiben. Bünder hat eine Absenderin gefragt, ob sie ihre Geschichte veröffentlichen dürfe, die Antwort sprach für sich: "Ja, dann bleibt diese Liebe bewahrt."

Die einzelnen Geschichten werden anonymisiert und nur auf ausdrücklichen Wunsch mit dem Namen des Verfassers veröffentlicht. Namen von an den einzelnen Geschichten Beteiligten werden geschwärzt, denn Susanne Bünder will die zum Beispiel handschriftlich festgehaltenen Geschichten original übernehmen. "Es soll ein authentisches Buch werden", sagt sie und ist sich sicher: "Im Fazit dürfte es ein sehr lehrreiches Buch werden."

(NGZ)