Ausstellung von Michael Hooyman in Neuss in der Galerie "amschatzhaus"

Ausstellung von Michael Hooyman in Neuss: Schrille Grafiken mit politischer Aussage

Diabolisch und verführerisch zugleich kommt die neue Ausstellung der Galerie amschatzhaus daher. Der Kölner Künstler Michael Hooyman zeigt unter dem Titel „postpop“ neue computergenerierte Grafiken, die es in sich haben.

In zahlreichen Ausstellungen der letzten Jahre zeigte er Motive aus den Bereichen Religion, Terror, Folter, Integrationspolitik, Sexismus oder MeeToo-Debatte – kein Thema ist Hooymann zu heftig, um es aufzugreifen und mit den Mitteln der Kunst zu intervenieren. Michael Hooymann ist ein Weltverbesserer der extremen Art: Laut, schrill, hemmungslos und immer wieder aktionistisch-mutig setzt er sich mit den Themen der Zeit auseinander und fordert unerbittlich die Auseinandersetzung des Betrachters mit seinen ungewöhnlichen Bildkompositionen ein. „Ich bediene mich am bunten Kosmos, dem umfangreichen Fundus pop-artiger Grafikoberflächen, um sie neu zusammenzusetzen, beziehungsweise sie in experimenteller Aneignung mit zeitbezogenen Inhalten zu konfrontieren. Dabei nutze ich für meine künstlerischen Arbeiten, die pop-kulturelle Ästhetik vor dem Hintergrund ihrer illustrativen Formensprache“, so beschreibt Hooymann sein künstlerisches Schaffen.

Grundlage seiner Arbeiten sind fast immer Originalmotive, die von ihm mal mit, mal ohne inhaltliche Veränderung präsentiert werden, modifiziert allein durch Rasterungen, Verschneidungen und das virtuose Aufbringen intensiver Farbflächen. Harte Kontraste und klare Konturen stehen filigranen Linien- und Punkterastern oder zarten Farbverläufen gegenüber, womit zitathaft Gestaltungsvarianten der klassischen Pop-Art aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Für das Titelbild der aktuellen Ausstellung fällt der Schatten eines Mannes in einen fiktiven Abgrund; in weiteren Motiven der Schau werfen sich Frauen in verschiedene Posen und surreale Persönlichkeiten scheinen den Kampf mit dem Betrachter aufnehmen zu wollen.

  • Neuss : Seifenblasen des Lebens in der Galerie „amschatzhaus“

In der aktuellen Ausstellung der Galerie amschatzhaus wirft Michael Hooymann seinen Hut insbesondere für die Frauen in den Ring. Sitzend, stehend oder grotesk verbogen, locken sie die Besucher der Ausstellung in ihr knallbuntes Reich. Michael Hooymanns Bildwelten irritieren, sind hochgradig ästhetisch und haben auch einen bitteren Unterton. Sie zeigen der Heuchelei und Doppelmoral in Politik und Gesellschaft in kritischer Haltung die Stirn. Er ist ein Laborarbeiter, alleinstehend sind seine Experimente im Bereich der Abstraktion. Farbstark, bewegend, poppig und unartig leitet die kommende Ausstellung der Galerie amschatzhaus die anstehende Weihnachtszeit ein.

(NGZ)
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