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Neuss: Außergewöhnliches Gospelkonzert in der Neusser Nordstadtkirche

Neuss : Außergewöhnliches Gospelkonzert in der Neusser Nordstadtkirche

Die Firmung von 60 Jugendlichen in der Neusser Nordstadtkirche St. Thomas Morus, musikalisch gestaltet von Gregor Linßen und der Gruppe AMI, führte einen Abend später – "weil die Technik noch stand" – zu einem Konzert mit dem ungewöhnlichen Titel: "Gott liebt Musik, und der Teufel weiß es."

Der Neusser Gregor Linßen, 46, ist seit mehr als 20 Jahren der herausragende Komponist der Szene rund um das "Neue Geistliche Lied" (NGL), auch wenn er diesen Ausdruck überhaupt nicht mag. Deutlich sichtbar: Sein Publikum in der gut besuchten Thomas Morus-Kirche ist mit ihm älter geworden. Gut 20 Titel aus seinem umfangreichen Schaffen fanden folglich begeisterte Aufnahme.

Dabei ist alles typisch Gregor Linßen: Die Musik zwischen Gregorianik, Sprechgesang und deutschem Gospel ragt qualitativ zumeist über das übliche zeitgenössische NGL hinaus. Die Sprache ist rhythmusprägendes Element. Die starken Texte, allesamt vom Komponisten, handeln von "Gott, ich suche Dich", Gottvertrauen und "Wohl dem, der Freude hat an Gottes Wort", einem der mitreißendsten Titel mit schönem A-cappella-Schluss. Dabei dominiert Gregor Linßen mit seinem charakteristischen Timbre das feine Gesangsquartett der Gruppe AMI (Alle müssen improvisieren), die Musiker an Keyboard, Schlagzeug und Gitarre folgen seinem knappen, aber sehr präzisen Dirigat in vollkommener Synchronie.

Für die Zuhörer moderiert Gregor Linßen verständliche Verbindungen zwischen den anspruchsvollen Texten oder lässt eine Lesung aus dem Alten Testament für sich selbst sprechen. Das alles hat religiöse Tiefe, oft zudem meditative Lyrik, und wandelt das Konzert zur Gottesfeier. Dabei bleibt Linßens Interaktion mit dem Publikum – "Singt Ihr!" – höchst lebendig. Das "Kyrie – Am Ende fängst Du uns auf" wird schnell zum eindrucksvollen Gemeindegesang. Es stammt aus seinem letzten größeren Werk "Kommt und seht" (2010), einer Liedersammlung für eine lebendige Liturgie.

Daraus war dann auch das Schlussstück "Gehen wir in seinem Frieden", mit dem AMI nach beinahe zwei Stunden ein außergewöhnliches Gospelkonzert beendete.

(Nima)