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Auslands-Aufträge nehmen zu

Konjunkturerwartungen der heimischen Wirtschaft : Auslands-Aufträge nehmen zu

In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Jürgen Steinmetz (Mittlerer Niederrhein) und Gregor Berghausen (Düsseldorf) am Dienstag die Konjunkturerwartungen der heimischen Wirtschaft vor.

(nima) 800 Unternehmen mit 75.000 Beschäftigten hatten in den beiden letzten Aprilwochen ihre Daten und Erwartungen der IHK mitgeteilt, mithin ein sehr aktuelles Stimmungsbarometer geliefert.

Das Fazit: Während die Industrie mit äußerst positiven Erwartungen dem Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten begegnet, sehen die kontaktintensiven Betriebe wie der Einzelhandel noch „kein Licht am Ende des Corona-Tunnels“. Die Auftragseingänge für die Industrie nehmen vor allem aus dem Ausland zu. Jürgen Steinmetz sieht dafür zwei bedeutende Merkmale: Das Wachstumspaket in den USA und China sieht bereits seine Wirtschaft um sechs Prozent wachsen. Aus dem Inland kämen hingegen noch keine Impulse wie auch aus den europäischen Nachbarstaaten. Das bestätigt Gregor Berghausen: „Die EU hinkt da noch hinterher. Treiber für die Industriebetriebe – sie sind der Konjunkturmotor der Region – ist vor allem die außereuropäische Nachfrage.“ Geradezu einen „Raketenstart“ legten die Vorleistungsgüterproduzenten wie Metallerzeugung und -bearbeitung hin. Gleichwohl sieht der IHK-Hauptgeschäftsführer noch „Luft nach oben“. Aber: Rohstoff- und Energiepreise werden von allen befragten Unternehmen als hohes Konjunkturrisiko gesehen. Die Rohstoffpreise insbesondere für Öl, Holz und Metalle sind so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.

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Beim Wohnungsbau macht sich bei zunehmender Investitionszurückhaltung auch eine deutliche Unsicherheit durch fehlendes Material negativ bemerkbar. Auch die Gefahr des Fachkräftemangels nimmt weiter zu. Dabei haben sich bei den befragten Unternehmen die Beschäftigungpläne verbessert. „Es gibt sehr gute Chancen, jetzt in Ausbildung einzusteigen“, sagt Gregor Berghausen. Auf die IHK-Frage „Wann rechnen Sie mit einer Rückkehr zur Normalität der Vor-Corona-Zeiten?“ verschoben nahezu alle Befragten den Zeitpunkt nach hinten auf das vierte Quartal dieses Jahres. Der Einzelhandel setzt dabei auf Testen, Impfen und eine bundeseinheitlichen Öffnungsperspektive.