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Neue Kuratorin für das CSM: Aus Liebe zur Kunst

Neue Kuratorin für das CSM : Aus Liebe zur Kunst

Die 40-jährige Bettina Dorn ist die neue Kuratorin für die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts am Clemens-Sels-Museum. Sie ist in Kaarst aufgewachsen, hat in Münster studiert und wohnt in Köln.

Sie ging noch zur Schule und wusste doch schon genau, wo ihr Weg hingehen sollte. Nach Münster, um dort Kunstgeschichte zu studieren. Vordergründig war es zwar der damalige Freund, der Bettina Dorn auf die westfälischen Studentenstadt aufmerksam machte, aber zielgerichtet informierte sie sich gemäß ihres Berufswunsches frühzeitig, nahm als Gasthörerin an Seminaren teil und unterhielt sich mit den Studenten. Dass der Schwerpunkt der Lehre in Münster auf der Italienischen Renaissance lag, kam ihr entgegen: "Es hat meinen Wunsch sogar noch bestärkt", sagt sie.

Seit kurzem ist die gebürtige Berlinerin, die in Kaarst aufgewachsen ist und heute in Köln wohnt, Kuratorin für die Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts am Clemens-Sels-Museum. Übernimmt damit ein Aufgabengebiet, das vor ihr die Leiterin des Hauses, Dr. Uta Husmeier-Schirlitz, betreute, und befreit diese damit von einer Doppelfunktion. Für die Museumsleiterin war indes von Beginn an klar, dass ihre alte Stelle wieder neu besetzt werden muss — und auch mit einer vollen Kraft. Nur unter dieser Bedingung, so hat sie es mal gesagt, hat sie den Leiterposten angenommen.

Mit der Berufung von Bettina Dorn, die gerade in der Endphase ihrer Promotion über den italienischen Bildhauer Medardo Rosso liegt, ist die Mannschaft des Museums wieder komplett. Die 40-Jährige hatte sich wie viele andere auch auf die ausgeschriebene Stelle beworben und letztlich den Zuschlag bekommen.

Noch während ihres Studiums mit dem Nebenfach Museumspädagogik in Münster, das sie zunächst mit einer Magisterarbeit über Alberto Giacometti abschloss, hat sie in einer Galerie für junge Kunst gearbeitet: "Ich wollte Theorie und Praxis unbedingt verbinden, Künstler kennen lernen und betreuen". Viele Kontakte habe sie damals knüpfen können und in der Folgezeit noch erweitert, so dass es ihr nach dem Studium nicht an Angeboten fehlte. Ausstellungen im Künstlerdorf Schöppingen oder im Rahmen der Feierlichkeiten zum Westfälischen Frieden gehören dazu, aber auch eine über achtjährige ehrenamtliche Tätigkeit für den Förderverein Junge Kunst in Münster.

2004 wechselte sie aus privaten Gründen nach Köln — Bettina Dorn lebt mit einem Maler zusammen —, aber schon kurze Zeit später stand die Suche nach einer Zweitwohnung in Münster wieder an: Professor Markus Müller holte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistentin der Museumsleitung ans Graphikmuseum Pablo Picasso, wo sie diverse Ausstellungsprojekte — auch internationale — mit realisierte und in Führungen die Kunst großen und kleinen Menschen vermittelte. "Sehr intensiv und effektiv" sei die Zeit gewesen, erzählt sie, aber freut sich nun, dass sie in Neuss in ihrem "Spezialgebiet" arbeiten kann.

Neben der Betreuung der Sammlung wird Bettina Dorn auch Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstler kuratieren und dabei an der vom Museum eingeschlagenen Richtung der "Konzeptuellen Farbmalerei" festhalten. "Ich bringe dafür einige Kontakte mit", sagt sie selbstbewusst, denn nach wie vor berät die Kunstwissenschaftlerin junge Künstler bei deren Projekten. In der Sammlung des Clemens-Sels-Museum gibt es bereits ein Bild, das sie besonders ins Herz geschlossen hat: Aristide Maillols Entwurf für einen Wandteppich mit dem Titel "Clotilde et Angelique" von 1893.

(RP)