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Neuss: Aus für Monkey's am Baggersee

Neuss : Aus für Monkey's am Baggersee

Nichts wird aus den Plänen eines Unternehmers, die erfolgreiche "Tribehouse"-Kiesgrube mit einer Freizeitanlage zu ergänzen. Weil die Verhandlungen einfach zu keinem Ergebnis führten, zog die Stadt die Reißleine.

Eine großflächige Party- und Freizeitzone im Uedesheimer Gewerbegebiet wird es nicht geben. Die Pläne eines Düsseldorfer Investors, das Areal an der Kiesgrube ("Tribehouse") auszubauen, sind quasi vom Tisch. Weil sich die Entwicklung des Projektes immer wieder verzögerte und es bislang nicht in eine Konkretisierungsphase übergegangen ist, zog die Stadt dem Vorhaben nun einen Riegel.

Sie verkaufte ein Grundstück an der Kiesgrube an einen Logistiker. Das Grundstück, das eigentlich als Parkplatz für den neuen Freizeitbereich vorgesehen war. "Der Zug ist abgefahren", sagte Bürgermeister Herbert Napp.

Seit rund acht Jahren laufen Gespräche und Verhandlungen zwischen dem Unternehmer Paul-Erich Gürtler, dem wesentliche Teile des gesamten Areals gehören, dem potenziellen Investor sowie der Stadt. Ursprünglich waren auf diesem See, der ausgekiest wurde, einmal eine Regattastrecke und eine Wasserski-Anlage geplant. Doch diese Ideen bleiben letztlich in der Schublade.

Die in der Region bekannten Macher der früheren Discothek "Tribehouse" an der Bockholtstraße haben im Neusser Süden mit den "Kiesgruben"-Partys im Sommer für Furore gesorgt. Die Events ziehen regelmäßig junges Publikum aus einem großen Umkreis an.

Den harten Beats, dem pulsierenden Elektrosound und den chilligen Sphärenklängen zwischen Autobahn, Bundes- und Ortsstraßen sollte auf dem anderen Ufer etwas Sportives entgegengesetzt werden: "Monkey's Island" auf Neusser Art. Das Areal im nördlichen Kiesgruben-Bereich sollte für Schwimmen, Surfen, Tretbootfahren, Tauchen, Angeln und Beachvolleyball nutzbar gemacht werden. Auch eine Kletterwand war vorgesehen.

Beide Freizeitbereiche sollten durch einen Ponton-Steg über den See miteinander verbunden werden. Mit der Entwicklung dieses Projektes wurde vor zweieinhalb Jahren das VDH Projektmanagement in Erkelenz beauftragt, dass bereits die Jever-Skihalle umsetzte. Ein Knackpunkt waren die benötigten, etwa 300 Parkplätze. Dafür wäre die Stadt bereit gewesen, ein angrenzendes Grundstück zu verkaufen.

Als jetzt ein Logistik-Unternehmen im Rathaus vorsprach, erhielt es den Zuschlag für dieses Gelände, weil man dort wohl nicht länger an eine Umsetzung des Projektes glaubt. Bis zuletzt lagen offenbar von der Stadt geforderte Gutachten nicht vor. "Der Besitzer kommt rechts und links nicht aus dem Quark", sagt Bürgermeister Napp. Unternehmer Gürtler sprach Napp gestern auf der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real noch einmal an. Zu spät.

(NGZ/rl)