14,5 Millionen Euro für das Baugebiet Bickenbachstraße: Aus der Tiefgarage ins Wohnzimmer

14,5 Millionen Euro für das Baugebiet Bickenbachstraße: Aus der Tiefgarage ins Wohnzimmer

Von den Mitgliedern der mit CDU-Politikern besetzten Nordstadtkonferenz gab es im Vorfeld bereits Beifall, am Dienstag nahm das Bauvorhaben mit dem Planungsausschuss auch die erste offizielle Hürde: An der Bickenbachstraße in Vogelsang sollen in den nächsten Jahren insgesamt 71 Einfamilienhäuser entstehen. Dafür ist es notwendig, die dort bestehen planungsrechtlichen Vorgaben zu ändern. Der ehemalige Eigentümer des 14.000 Quadratmeter großen Areals, Stahlproduzent Schmolz und Bickenbach, hatte ursprünglich beabsichtigt, dort siebengeschossige Mehrfamilienhäuser zu bauen. Die alten Werkswohnungen werden in nächster Zeit abgerissen. Dort, wie zunächst auf der vorhandenen Freifläche, werden Einfamilienhäuser als Reihen- und Doppelhäuser entstehen. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Von den Mitgliedern der mit CDU-Politikern besetzten Nordstadtkonferenz gab es im Vorfeld bereits Beifall, am Dienstag nahm das Bauvorhaben mit dem Planungsausschuss auch die erste offizielle Hürde: An der Bickenbachstraße in Vogelsang sollen in den nächsten Jahren insgesamt 71 Einfamilienhäuser entstehen. Dafür ist es notwendig, die dort bestehen planungsrechtlichen Vorgaben zu ändern. Der ehemalige Eigentümer des 14.000 Quadratmeter großen Areals, Stahlproduzent Schmolz und Bickenbach, hatte ursprünglich beabsichtigt, dort siebengeschossige Mehrfamilienhäuser zu bauen. Die alten Werkswohnungen werden in nächster Zeit abgerissen. Dort, wie zunächst auf der vorhandenen Freifläche, werden Einfamilienhäuser als Reihen- und Doppelhäuser entstehen. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Vor 30 Jahren waren entsprechende Bebauungspläne aufgestellt, aber nie realisiert worden. Der Ausschuss stimmte bei Enthaltungen der Grünen und UWG dem Vorhaben zu. UWG-Sprecher Dietmar Pietsch wünschte sich bei der architektonischen Gestaltung "Ideenreichtum" des Investors. Die Ausschussmitglieder zeigten am Dienstag Nachmittag aber kein Interesse an den vorliegenden Detailplänen des anwesenden Architekten. Die Entwicklungsgesellschaft Modernes Neuss, eine hundertprozentige Tochter des Neusser Bauvereins, hat das gesamte Areal im vergangenen Jahr erworben und wird insgesamt 14,5 Millionen Euro investieren. "Wir wollen dort ein hohes Maß an Wohnkomfort schaffen", sagt Bauverein-Vorstandsvorsitzender Klaus Harnischmacher.

Schmucke Reiheneinfamilienhäuser und Doppelhaushälften sollen es nach den Planungen des Neusser Architekturbüros Ingenhoven & Ingenhoven werden. Die Wohnfläche wird im Schnitt bei 125 Quadratmetern liegen, die Grundstücksgröße zwischen 150 und 250 Quadratmeter betragen. Der Kaufpreis soll unter 250.000 Euro liegen. Auf die künftigen Besitzer der Reihenhäuser wartet im Übrigen ein Clou: Jeweils zwei Auto-Stellplätze in einer kleinen Tiefgarage direkt unter dem eigenen Haus. An vier strategisch günstigen Positionen werden Tiefgaragen so gebaut, dass von dort durch eine "Schleuse" der eigene Keller und von dort die Wohnung erreicht werden kann. "Die Bickenbachstraße ist eine ruhige Wohnstraße. Das soll auch so bleiben", erklärt Harnischmacher.

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Die Doppelhaushälften erhalten wie üblich eine Garage plus Stellplatz am Haus. Nach Ansicht des Investors soll dieses kleine Baugebiet zur Erhöhung der Attraktivität des Ortsteils beitragen. Harnischmacher: "Wenn wir die Zielgruppe 'junge Familie' erreichen, können wir sie langfristig an den Standort Neuss binden. Kindergärten, Schulen und Vereine profitieren davon." Zurzeit wohnen 63 Menschen in der Siedlung. Nach Beendigung der Bebauung sollen es in vier bis fünf Jahren etwa 250 sein. Neben den so genannten "Werkswohnungen", die meist aus den 30er-Jahren stammen, gibt es auch ein halbes Dutzend schmucke Häuser aus den Achtziger-Jahren. Sie wurden von einer "Projektgemeinschaft" erworben, die aus Modernes Neuss/Bauverein sowie dem Projektentwickler und der Bauunternehmung Korbmacher besteht. "Sie werden den Mietern zum Kauf angeboten", sagt Harnischmacher.

Diese Häuser genießen Bestandsschutz, der Rest gilt als "Entwicklungsfläche". Heißt: Diese Häuser werden sukzessive abgerissen. Nach Angaben des Bauvereins sind 26 Wohneinheiten mit 63 Menschen betroffen - sie müssen in ein neues Zuhause umziehen. Zwölf Familien sind bereits umgezogen, drei weitere folgen kurzfristig. "Das Ganze geschieht weitgehend unproblematisch. Wir sind bei der Übernahme von Kosten für Umzug, Kaution oder Entschädigungszahlungen für getätigte Investitionen durch die Mieter großzügig", versichert Harnischmacher.

Klaus D. Schumilas

(NGZ)