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Jugendzentrum im Rheinparkcenter geplant: Aufwind für notwendige Jugendarbeit

Jugendzentrum im Rheinparkcenter geplant : Aufwind für notwendige Jugendarbeit

Wenn in Neuss von schwierigen Bedingungen für Kinder und Jugendliche gesprochen wird, dann ist meist die Rede von Erfttal, Weckhoven, Grimlinghausen oder jüngst auch Allerheiligen. Nicht im Blickfeld ist eine Gegend, in der die Menschen unter besonderen Bedingungen leben: Hammfeld und Rheinpark. Vor allem die jüngeren: Fast 300 sind es im Alter bis 21 Jahre. In einem Provisorium ohne direkt angrenzende Außenanlagen sind die Kinder der Tagesstätte an der Königsberger Straße untergebracht. Nach dem Willen der CDU nicht mehr lange, denn sie plant ein neues Kinder- und Jugendzentrum im Rheinpark. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Wenn in Neuss von schwierigen Bedingungen für Kinder und Jugendliche gesprochen wird, dann ist meist die Rede von Erfttal, Weckhoven, Grimlinghausen oder jüngst auch Allerheiligen. Nicht im Blickfeld ist eine Gegend, in der die Menschen unter besonderen Bedingungen leben: Hammfeld und Rheinpark. Vor allem die jüngeren: Fast 300 sind es im Alter bis 21 Jahre. In einem Provisorium ohne direkt angrenzende Außenanlagen sind die Kinder der Tagesstätte an der Königsberger Straße untergebracht. Nach dem Willen der CDU nicht mehr lange, denn sie plant ein neues Kinder- und Jugendzentrum im Rheinpark. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Ihre Freizeitmöglichkeiten sind in diesem Industrie- und Gewerbegebiet äußerst bescheiden. Attraktive Sport- und Spielplätze - Fehlanzeige. Ein Grund mehr für den Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, Thomas Nickel, sich für den Bau eines Kinder- und Jugendzentrums nach dem Vorbild der geplanten Einrichtung in Allerheiligen (Illinghauser Hof) stark zu machen: "Im Rheinpark haben wir eindeutig Bedarf für ein solches Jugendzentrum." Die Verwaltung ist bereits beauftragt, die entsprechenden Planungen voranzutreiben. Haushaltsmittel sind im diesjährigen Etat veranschlagt. Die Vorstellung von Nickel, in dieses Jugendzentrum auch einen Kindergarten zu integrieren, stößt bei Susanne Ernemann auf große Zustimmung.

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Sie ist die stellvertretende Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte an der Königsberger Straße - umgeben von Gewerbefirmen. Dort sind 45 Kinder in zwei Gruppen untergebracht. "Die Situation ist wirklich schwierig für uns", sagt sie. "Die Tagesstätte wurde 1989 als Provisorium eingerichtet, aber daraus wurde ein Dauerzustand. Wir haben keinen Bewegungsraum für die Kinder und auch kein Außengelände." Damit die Kinder im Freien spielen können, müssen sie den Kindergarten verlassen, über einen Parkplatz zu einem rund 200 Meter entfernten, eingezäunten Gelände gehen. "Der Parkplatz wird von Lkw befahren, das Außengelände liegt direkt an einer großen Kreuzung, so dass die Kinder durch die Abgase erheblich belastet werden", sagt Susanne Ernemann.

Einen Ansatz von Jugendarbeit gibt es dann doch im Rheinpark: Die Diakonie hat in einer angemieteten Wohnung im Rheinparkcenter eine Anlaufstelle für Jugendliche geschaffen - ebenfalls nicht mehr als ein Provisorium. Für willkommene Abwechslung sorgt im Sommer da noch das Haus der Jugend mit seinem Spielmobil "Haus on tour". Die Verwaltung ist derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Kinder- und Jugendzentrum. Eine Möglichkeit bietet das Rheinvorland, dort, wo das "Tor" zur Euroga entstehen soll. In Sichtweite der Schäferei verfügt die Stadt über ein geeignetes Grundstück, für das Baurecht zu erhalten wäre. Auch zur Finanzierung gibt es Überlegungen: Mittel könnten durch den Verkauf eines städtischen Grundstücks gegenüber dem Berufsschulzentrum Hammfeld bereit gestellt werden.

Neben dem Illinghauser Hof könnte für die Planung auch das bald im neuen Wohngebiet entstehende Jugendzentrum Grimlinghausen Vorbild sein: Dort sind für den Jugendbereich drei Gruppenräume, die sich zu einem Veranstaltungsraum verbinden lassen, und eine Cafeteria vorgesehen. Bis die (provisorische) Kindertagesstätte an der Königsberger Straße tatsächlich aufgegeben werden kann und die Kinder in die neue Einrichtung umziehen, wird es allerdings noch etwas dauern: Frühestens 2003, möglicherweise erst 2004, ist mit einer Fertigstellung zu rechnen. Klaus D. Schumilas