Aufschub für Naturdenkmal Kastanienallee in Selikum.durch erneute Untersuchung

Aufschub für Kastanienallee in Selikum : Naturdenkmal wird neu untersucht

Aufschub für das Naturdenkmal Kastanienallee. Die ursprünglich für den Oktober geplante Abholzung der verbliebenen zwölf Roßkastanien wird nun frühestens im Januar erfolgen können.

Denn der Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises hat eine sonographische Untersuchung von elf Bäumen zur Auflage gemacht, bevor der Rat abschließend über Fällarbeiten und eine anschließende Neuanpflanzung beschließen kann. Nur einen unrettbar kranken Baum gab der Beirat zum sofortigen Einschlag frei, berichtet der Kreis-Pressesprecher Benjamin Josephs.

Das für die Stadt bindende Votum des Beirates, sowie die noch ausstehende Infoveranstaltung für die Bürger in Selikum gaben der Verwaltung einen doppelten Anlass, ihre Vorlage zurückzuziehen. Der Umweltausschuss habe deshalb darüber gar nicht diskutiert, berichtet dessen Vorsitzender Michael Klinkicht (Grüne). Das soll nun voraussichtlich im November nachgeholt werden, sodass der Rat im Dezember entscheiden kann.

Dann bliebe noch bis Ende Februar Zeit, die Bäume abzuhacken – wenn nicht die sonograhische Untersuchung zu einem anderen Ergebnis kommt als der von der Stadt beauftragte Gutachter, der an den Kastanien einen Befall mit dem Brandkrustenpilz festgestellt hatte. Weil die Stadt von einem fortgeschrittenen Prozess der Zersetzung im Stamm- und Wurzelbereich ausgeht und die Standsicherheit der Bäume zumindest mittelfristig nicht gewährleistet sieht, stellte sie den Antrag, den Schutzstatus für das Naturdenkmal aufzuheben. Nun soll aber erst mit Ultraschall ermittelt werden, wie es tatsächlich hinter den Borken aussieht.

Wird der Erstbefund bestätigt, kann die Stadt ihr mit der Pflicht zur Verkehrssicherung begründetes Vorhaben sofort umsetzen. Das berichtete Umweltdezernent Matthias Welpmann am Dienstagabend auch den rund 40 Bürgern, die sich im Kinderbauernhof den Sachstand erläutern lassen wollten. Es sei, sagt Thomas Schommers von der einladenden Cornelius-Gesellschaft, bei aller Emotionalität die erhoffte sachliche Debatte geworden. Dabei sagte die Stadt auch zu, den Sachverständigen, den die Anwohner der Gerhard-Hoehme-Allee um eine zweite Meinung gebetenen hatten, in die weiteren Untersuchungen einzubeziehen. Dieser Gutachter wollte nur vier Bäume schlagen lassen. Aber Schommers betont: „Niemand behauptet, dass die Stadt leichtfertig handelt.“ Die holte dann noch Stimmungsbilder ein. Dabei sprach sich eine Mehrheit dafür aus, im schlimmsten Fall alle Bäume zeitgleich zu fällen, damit in der Nachfolge eine homogene Allee gleichaltriger Bäume entsteht. Und das sollen Walnussbäume sein.

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