Neuss: Aufhören, wenn es am schönsten ist

Neuss: Aufhören, wenn es am schönsten ist

Peter Veiser gibt die Leitung des Gospelchors "Together" nach 27 Jahren ab. Nun legt er sie in die Hände seiner Nachfolgerin - und verabschiedet sich mit einem letzten Konzert, das am kommenden Sonntag stattfindet.

Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt sich der Neusser Peter Veiser mit Singen und Musizieren. Der 70-Jährige leitete 1971 seinen ersten Jugendchor, zehn Jahre später kam noch ein zweiter hinzu. Seinen Gospelchor "Together", den er vor 27 Jahren gründete, legt er nun in die Hände seiner Nachfolgerin - und verabschiedet sich mit einem letzten Konzert.

Das Arbeiten als Chorleiter, Dirigent und Sänger hat Peter Veiser sich selbst beigebracht - er sagt, er sei Autodidakt. Als der Vater eines Kindes aus einem seiner Jugendchöre ihn 1991 fragte, ob er nicht auch in der Kirche mit einem Gospelchor auftreten wollen würde, war Veiser erst skeptisch. "Die Voraussetzung war, dass es mindestens 20 Mitglieder geben sollte, um den Chor zu gründen. Im Bekannten- und Freundeskreis waren diese aber schon schnell gefunden", sagt der 70-Jährige.

Peter Veiser kündigt an, der neuen Leiterin Claudia Hilgers mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Foto: Gospelchor Together

So entstand der Gospelchor St. Elisabeth, der seit 1999 den Namen "Together" trägt. Der Name bezeichnet auch das, was für Veiser am wichtigsten ist und was er an seinem Chor am meisten schätzt: die Gemeinschaft. Nicht nur, dass man sich am Ende des Tages mit den anderen Mitgliedern zusammensetzt und nach den Proben noch etwas trinken geht, sondern vor allem auch, dass man die Zuhörer zum Mitmachen animiert. Für ihn ist die Aufgabe des Gospelchors nicht nur der Vortrag auf der Bühne oder in der Kirche, sondern vielmehr das Anregen der gesamten Gemeinde zum gemeinsamen Singen.

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Insgesamt hat der Chor zur Zeit 67 aktive und 16 passive Mitglieder. Er war schon in ganz Deutschland unterwegs, um auf kirchlichen Anlässen, wie Gottesdiensten oder Hochzeiten aber auch weltlichen Anlässen wie Jubiläen und Geburtstagen aufzutreten. Dafür komponierte und erarbeitete Veiser vierstimmige Sätze zu bestehenden Liedern. Bis diese dem Publikum präsentiert werden konnten, vergingen viele Stunden voll harter Arbeit, zahlreicher Proben und einem unermüdlichen Engagement. Der Erfolg gab ihm Recht, wenn die Zuhörer nach einem Konzert Zugaben verlangten und mit Standing Ovations ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen.

Doch der Gospelchor hatte es nicht immer einfach. Vor allem in der katholischen Kirche mit ihren traditionellen Ansichten war es schwierig, mit den Vorstellungen der Kirchenvertreter auf einen Nenner zu kommen. "Da wurden uns schon öfter mal Steine in den Weg gelegt", sagt Veiser. Lange habe er um die Anerkennung in der Kirche kämpfen müssen, konnte aber auch viele durch die Auftritte, die immer gut ankamen, umstimmen.

"Bekanntlich soll man ja dann aufhören, wenn es am besten ist", sagt Veiser zu seinem Rücktritt. Für ihn bedeutet das aber nicht, dass er "Together" den Rücken kehrt. "Ich werde natürlich der neuen Leiterin Claudia Hilgers mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch immer noch im Chor mitsingen", sagt er. Das Abschiedskonzert findet am kommenden Sonntag, 8. April, 17 Uhr (Einlass 16.30 Uhr), in der St.-Elisabeth-Kirche in Reuschenberg statt.

(NGZ)
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