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Neuss: Auch Hennes Weisweiler liebte die Ruhe der Pomona

Neuss : Auch Hennes Weisweiler liebte die Ruhe der Pomona

Der prominenteste "Pomo" – so nennen sich die Bewohner der Pomona – war Hennes Weisweiler, der 1983 verstarb. Vor seinem Wohnhaus erinnerte Klaus Molt an den berühmten Fußballtrainer, der die unvergessene "Fohlen-Elf" des VfL Borussia Mönchengladbach um Günter Netzer und Berti Vogts formte.

Weisweiler wohnte einige Jahre mit seiner Frau Gisela, die er auch im Neusser Rathaus zum Standesamt führte, in der Pomona. Diese und viele andere Geschichten erzählte Klaus Molt, der gestern NGZ-Leser durch die unaufgeregte Siedlung führte.

Seit 50 Jahren leben dort über 400 Menschen in 147 Häusern. Inzwischen zieht oftmals bereits die dritte Generation ein – doch Jung und Alt begegnen sich. Zu den "Pomos" der ersten Stunde gehörten Gerhard Quentin sen. (91) und seine Frau Hanna (89), die Eltern des Stadtverordneten Gerhard Quentin. Nebenan wohnt Peggy Gille, die mit Töchterchen Romy (1) die jüngste Bewohnerin der Pomona an der Hand hält.

Nur ein Abzweig von der Weberstraße ermöglicht den Autos die Einfahrt in die Pomona. Nahezu unverändert versteckt sich die grüne Siedlung seit 50 Jahren hinter Sträuchern und Hecken, während "draußen" der Verkehr über die Autobahn A 57, Bergheimer- und Weberstraße rollt. Gerade einmal zwei Baugrundstücke liegen dort noch brach, ansonsten erschöpft sich die Bautätigkeit in Sanierung und Modernisierung. Ein Markenzeichen der Pomona: die vielen Gärten und Grünflächen. Sie wurde offenbar noch errichtet, ehe die Wortschöpfung "verdichtete Wohnbebauung" in Mode kam.

"Die großzügige Anlage der Siedlung prägt das Leben in der Pomona", sagt "Pomo" Klaus Molt, "bei uns geht alles etwas geruhsamer zu." Ein Lebensmittelgeschäft oder einen Kiosk gibt es nicht mehr. "Ist auch nicht nötig", versichert Molt, "wir können uns sehr gut in den nahen Einkaufszentren versorgen."

(NGZ)