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Atelierhaus bündelt Neusser Kunst

Atelierhaus an der Hansastraße : Neusser Kunst gebündelt an einem Ort

Normalerweise hängen die Bilder in Rathäusern oder städtischen Büros, von Donnerstag an sind sie im Atelierhazs an der Hansastraße zu sehen. Wolfgang Offelder hat je fünf Werke von vier Künstlerinnen für die Ausstellung ausgesucht.

Sie hängen in den Büros städtischer Mitarbeiter, in Sälen von Rathäusern und mitunter sind sie auch im städtischen Magazin gelagert: Bilder von Neusser Künstlerinnen und Künstlern von Rang und Namen. Zum fünften Mal zeigt das Kulturamt der Stadt Neuss jetzt solche Bilder konzentriert an einem Ort, dem Atelierhaus Hansastraße. Am Donnerstag um 19 Uhr wird eine Ausstellung mit jeweils fünf Werken von Hildegard Gremler-Kohlschein, Maria Halft, Käthe Hall-Krieger und Helma Holthausen-Krüll eröffnet. Die Auswahl hat der Neusser Galerist Wolfgang Offelder zusammengetragen.

In so manchem Gebäude der Stadt Neuss dürfte jetzt ein mehr oder weniger großer weißer Fleck an den Wänden zu sehen sein. 20 Bilder hängen vorübergehend im Künstlerhaus. Sie haben das Zeug, das Publikum zu begeistern. Die vier Künstlerinnen wurden zwischen 1913 und 1922 geboren, drei von ihnen sind bereits verstorben, Helma Holthausen-Krüll lebt mit ihren 103 Jahren in Reuschenberg, aus gesundheitlichen Gründen wird sie aber leider zur Vernissage nicht kommen können. Als erstes fällt jetzt ihr Bild „Eppinghovener Mühle“ ins Auge, ein 1960 entstandenes recht großformatiges Werk. Die Mühle gewinnt an Imposanz dadurch, dass sie sich im Wasser spiegelt. Zu sehen ist jetzt auch ihr Bild „Abend am unteren Niederrhein“, ein klassisches Sonnenblumen-Stillleben aber auch eine pittoreske Südfrankreich-Impression. „Unverkennbar ist sie eine Vertreterin der Düsseldorfer Malerschule und das Anliegen, die Weite des Niederrheins darzustellen, wird in allen ihren Landschaftsbildern deutlich“, erklärt Wolfgang Offelder. Die Exponate von Hildegard Gremler-Kohlschein (1913 bis 1991) wirken, zumal aus der Distanz, sehr malerisch. Es handelt sich aber überwiegend um Glascollagen.

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„Klangkörper“ heißt die einzige abstrakte Arbeit der gesamten Ausstellung, ansonsten werden florale Motive gezeigt. Der „Blättertanz“ ist ein beeindruckendes Herbstbild. „Nüsser Kirmes“ bringt die Feierlaune der Neusser auf den Punkt. Hierbei handelt es sich um eine sehr akribisch ausgeführte Bildstickerei, die um 1953 entstanden ist. Maria Halft (1922 bis 2004) hat mehrere Semester an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert. Und auch wenn ihr nachgesagt wurde, als Künstlerin in keine Schublade zu passen, können die meisten ihrer Bilder dem Rheinischen Impressionismus zugeordnet werden. Das bekräftigen Bilder wie „Landschaft in der Abenddämmerung“ und „Rhein bei Uedesheim“.

Das beeindruckendste Bild der gesamten Ausstellung heißt „Gut Vellbrüggen“ und stammt ebenfalls von Maria Halft. Es wird nächsten Monat wieder im alten Norfer Rathaus hängen. Käthe Hall-Krieger (1914 bis 2003) malte mit Tempera und zum Teil auch mit Pastell auf Papier. Thematisch war sie sehr breit aufgestellt: Da ist jetzt zum Beispiel eine Volksfest-Impression, aber auch ein Stilleben mit Blumen zu sehen, typische Neuss-Motive sucht man bei ihr vergeblich. Die Ausstellung im Atelierhaus ist bis zum 5. Januar jeweils samstags und sonntags geöffnet.