Neuss Arno Jansen: "2017 kann unser Jahr werden"

Neuss · Landtagskandidat prägt politischen Aschermittwoch der SPD. Ministerpräsidentin kommt im April.

 Michael Ziege und Benno Jakubassa vom Vorstand mit Daniel Rinkert (M.).

Michael Ziege und Benno Jakubassa vom Vorstand mit Daniel Rinkert (M.).

Foto: Kleinau Christoph

Keine Misstöne von Demonstranten anderer Parteien vor der Tür (das gab es alles schon), dafür kraftvolle Akkorde vom Bundesfanfaren-Korps Neuss-Furth im Saal: Schwungvoll startete gestern der politische Aschermittwoch der SPD im Thomas-Morus-Haus, schwungvoll präsentierte sich auch der Landtagskandidat Arno Jansen, der mit dem Abend vor allem ein Ziel verband: Schwung in den Landtagswahlkampf bringen. "Wenn wir uns alle richtig reinhängen", sagte er unter dem Beifall der Genossen, "kann 2017 unser Jahr werden."

Die Tradition des politischen Aschermittwoch pflegt die Neusser SPD seit mehr als 25 Jahren. Mitunter wurde er mit Wahlen oder Ehrungen verknüpft, doch für gestern hatte Parteichef Benno Jakubassa nicht einmal eine Tagesordnung aufgestellt. Nur Wahlkampfauftakt war das Thema. "Das ist dein Abend, Arno", sagte Jakubassa.

 Einmarsch mit dem Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth.

Einmarsch mit dem Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth.

Foto: C. Kleinau

Große Namen fehlten allerdings. Für die Landesprominenz der Partei war gestern eine Fahrt nach Schwerte wichtiger, wo ihr Bundestagskandidat Martin Schulz sprach. Doch in Düsseldorf weiß man gut um die Bedeutung von Neuss. Ministerpräsident Hannelore Kraft kommt daher am 24. April zu einer Kundgebung ins Zeughaus.

Doch ganz auf prominente Fürsprache musste der Weckhovener Jansen nicht verzichten. Bürgermeister Reiner Breuer, gestern "nur Genosse", warb für Jansen, der das 2012 errungene Neusser Direktmandat für die SPD verteidigen soll: "Arno hat die Themen drauf und ist bestens im Land verdrahtet. Das wird kein Hinterbänkler."

 Kandidat Arno Jansen (43) empfahl sich als Sozial- und Bildungspolitiker.

Kandidat Arno Jansen (43) empfahl sich als Sozial- und Bildungspolitiker.

Foto: Kleinau Christoph

Was "die Themen" aus seiner Sicht sind, zeigte Jansen in einer kämpferischen Rede auf, die am Ende im Stakkato des Beifalls unterzugehen drohte: "Kein Kind zurücklassen, gebührenfreie Bildung an der Universität und weniger KitaBeiträge. "Das sind die besten Argumente, warum man SPD wählen muss", sagte Jansen, der sich als Bildungs- und vor allem als Sozialpolitiker präsentierte. Dazu gehörte auch der Ruf nach mehr bezahlbarem Wohnraum, für den Jansen schon als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat streitet: "Wir brauchen eine Willkommenskultur für Bagger."

"Die SPD ist für viele überraschend im Aufwind", sagte Jakubassa. Wie lange das so ist, bleibe abzuwarten, sagte er am Rand der Veranstaltung, aber er hoffe doch, dass diese politische Großwetterlage bis zur Landtagswahl im Mai anhält. "Dann hat Arno Jansen die Chance, das Direktmandat zu gewinnen", sagt er. Der gestrige Abend sollte dazu die Initialzündung liefern.

(-nau)