1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Armin Laschet gibt Liebeserklärung an Neuss ab

Ministerpräsident beim Schützenfest : Laschets Liebeserklärung an Neuss

Martin Flecken (62) feierte Premiere als Präsident. Sogar der Landesvater kam. Darauf mussten die Neusser lange warten. Flecken machte es möglich. 65 Jahre nach Karl Arnold kam gestern mit Armin Laschet wieder ein nordrhein-westfälischer Ministerpräsident zum Schützenfest.

Und der prominente Gast revanchierte sich für die Einladung gleich dreifach mit Zeit, mit einem Geschenk und mit einer Liebeserklärung.

Einen ganzen Tag verbrachte Laschet in der Stadt, machte mit beim Spiel der Männer. Vom Empfang im Rathaus, noch vor 8 Uhr in der Frühe, bis zur Kutschfahrt beim Nachmittagsumzug war er mit ansteckender Begeisterung dabei. Während der Parade überreichte er vor voll besetzten Tribünen eine neue Schleife für die Regimentsstandarte. Die alte, die vor 65 Jahren Ministerpräsident Karl Arnold geschenkt hatte, geht nun in Pension, präziser: ins Archiv. Und auch verbal sparte Laschet nicht mit Lob für die Neusser. Die Schützen bildeten eine Gemeinschaft, sagte er in seiner Dankesrede beim Königsmahl im Zeughaus, die eine tiefe Identifikation mit der Stadt ermögliche.

 In Hochform: Schützenkönig Georg Martin.
In Hochform: Schützenkönig Georg Martin. Foto: Horst Thoren
  • Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Rede
    Neusser Schützenfest : Ministerpräsident Laschet Ehrengast bei der Königsparade
  • Die Stadtwerke Neuss gehören zu den
    Neusser Bürger-Schützen-Verein : Steuerverfahren nun auch gegen Schützenpräsidenten Flecken
  • Fotos : NRW-Ministerpräsident Laschet zu Gast beim Neusser Schützenfest

Laschet bildete mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und IHK-Präsident Elmar te Neues das Ehrengast-Trio, das bei Bilderbuch-Wetter gemeinsam mit einigen tausend Zuschauern auf dem Markt den Aufzug der Schützen bejubelte. „Spektakulär“, sagt Thomas Kolvenbach aus Selikum nach der vierstündigen Inszenierung; „gewaltig“, fand es Andre Krings, der eigens für den Fackelzug und die Parade mit Freunden aus dem niederländischen Kerkrade angereist war. Um 10.10 Uhr begann der Aufzug, um 14.15 Uhr hatte der letzte Reiter den Markt verlassen. Der WDR, der wiederum die Parade live übertrug, zeigte sich flexibel und überzog die geplante Sendezeit um eine Viertelstunde. Dafür dankte Präsident Flecken dem Moderator Thomas Vogel, der wiederum vom Neuss-Kenner Herbert Breidenbach aus dem Schützenlustzug „Quirinus-Treu“ am Mikrofon unterstützt wurde.

 Der Schützennachwuchs in Neuss ist gesichert.
Der Schützennachwuchs in Neuss ist gesichert. Foto: Endermann, Andreas (end)

Wie schon am Samstag vor, während und nach dem Fackelzug, so feierten die Neusser auch am Sonntag mit einer spürbaren Leichtigkeit ein fröhliches Fest. Schützen und Zuschauer reagierten womöglich so auf spätsommerliches Sonnenwetter mit warmen, aber nicht heißen Temperaturen. Diese entspannte Stimmung bestätigte auch die Polizei. Am frühen Sonntagabend meldete ein Sprecher: „Bisher keine besonderen Vorkommnisse.“

 Die Sappeure ziehen zur Parade auf.
Die Sappeure ziehen zur Parade auf. Foto: Horst Thoren

Auf dem Markt boten die mehr als 7700 Schützen und Musiker eine farbenfrohe Aufführung mit viel Musik. Die Fahnenschwenker ernteten Beifall, der Aufmarsch der Blumenhörner, wenn „Tochter Zion“ erklingt, ist ein Neusser Klassiker; die Züge paradierten adrett an König Georg Martin, Komitee und Ehrengästen vorbei. „Die Zeit ist schnell vorbei gegangen“, sagt IHK-Präsident Elmar te Neues. Er habe keine Langeweile gehabt. Allein schon das Einschwenken der Musikformationen habe er als „abwechslungsreich“ empfunden.

 Während der Königsparade wurden Smartphones gezückt und Fotos geschossen.
Während der Königsparade wurden Smartphones gezückt und Fotos geschossen. Foto: Endermann, Andreas (end)

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel hörte, dass Liedgut aus der Landeshauptstadt auf dem Neusser Markt erklang: „Tage wie diese“ – die Toten Hosen haben es auch ins Schützen-Reportaire geschafft und ihre Zeile ist richtig: An Tagen wie diesem Paradensonntag „wünscht man sich Unendlichkeit“.