Archiv erinnert an den Neusser Dichter Karl Schorn

Am 31. August vor 125 Jahren in Neuss geboren: Stadtarchiv erinnert an den Heimatdichter Karl Schorn

Heute vor 125 Jahren wurde der Neusser Heimatdichter Karl Schorn geboren. Wer die Charakterisierung von Neuss als „Stadt zwischen Kohle und Korn“ übernimmt, der zitiert Schorn. So titelte er für eine Aufsatzsammlung, die 1933 erschien.

An den „eigensinnigen“ (Schorn über Schorn) Mann erinnern heute in Neuss eine Plakette am Blutturm, wo er nach dem Krieg einige Jahre wohnte und schrieb, sowie die unscheinbare Karl-Schorn-Straße in der Nordstadt.

Karl Schorn wurde am 31. August 1893 in Neuss geboren; die Familie wohnte unter anderem einige Jahre an der Königstraße. Sein Werk umfasst historische Romane, Erzählungen, Reisebeschreibungen, Aphorismen und Gedichte; ein Großteil seiner Schriften wurden bisher noch nicht veröffentlicht. Dank der Vereinigung der Heimatfreunde erschien 1993 posthum sein Neuss-Roman „Thomas Bontmaker. Das spanische Feuer“. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Nachdichtung von Calderóns „Großem Welttheater“ im Jahr 1927. Für die Aufführung schuf der Architekt Wilhelm Gilges die Bühne, das Bühnenmodell Johann Sticker.

  • Feierstunde zum Volkstrauertag in Neuss : Russischer Diplomat am Volkstrauertag Gast in Neuss

Seine erste Veröffentlichung war der Gedichtband „Der Cherub“, der 1930 erschien. Viele seiner Arbeiten wurden von Ernst Fonk, Katharina Hall-Krieger und Hermann Coßmann illustriert. Mit Beiträgen für den Rundfunk und für Zeitungen, darunter auch die Neuß-Grevenbroicher Zeitung, versuchte er, für seine Familie zu sorgen.

Ein Familienmensch war Karl Schorn nicht. Er entzog sich der bürgerlichen Normalität und richtete sich im Blutturm ein. Er selbst resümierte 1958 in seinem Band „Die fernen Türme“: „Ich wollte die Freiheit, aber ich wollte auch Sicherheit. Und ich musste erfahren, dass Freiheit mit Sicherheit und Sicherheit mit Freiheit bezahlt werden muss.“ Das Stadtarchiv ehrt den großen Sohn der Stadt am 6. Oktober zur Kulturnacht mit einer Lesung.

(lue)
Mehr von RP ONLINE