Neuss: Appell für bessere Pflegeplanung

Neuss: Appell für bessere Pflegeplanung

Pflegetreff-Organisator spricht sich für kommunale Quartierskonzepte aus.

Beim Pflegetreff im Kontakt Erfttal standen mögliche Lösungen zu immer wieder angesprochenen unzureichenden Pflegerahmenbedingungen im Mittelpunkt. Organisator Werner Schell sagte: "Es gilt aufzuzeigen, dass angesichts der demografischen Entwicklung eine zeitgerechte Pflegeplanung wichtig ist."

Ungeachtet der Erfordernisse, die stationäre Pflege durch eine deutliche Aufstockung der Stellenschlüssel zu stärken, müsse dem Grundsatz "ambulant vor stationär" mehr Geltung verschafft werden. Daher sei die wohnortnahe Gestaltung beziehungsweise Finanzierung von kommunalen Quartierskonzepten, die in vielfältiger Weise Beratungs-und Unterstützungsstrukturen für Patienten sowie für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige vorsehen, zwingend geboten. Neuss müsse in vielfältiger Weise in allen Stadtteilen Strukturen anstoßen beziehungsweise finanziell fördern, die ein zielgerichtetes und nachhaltiges Zusammenwirken aller BewohnerInnen, ob Jung oder Alt, gewährleisten können.

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Schell stellte mit dem Lotsenpunkt im Bürgerhaus Erfttal des Sozialdienstes Katholischer eine seit 2011 etablierte Einrichtung vor, die mit Unterstützung der Stadt Neuss, dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und Katholischen Kirchengemeinden unter dem Motto "Kurze Wege, schnelle Hilfen" einen Kümmerer anbietet, der mit Hauptberuflern und Ehrenamtlern Hilfen bündelt. Themen sind unter anderem hauswirtschaftliche Hilfen, häusliche Pflege, Unterstützung bei Demenz und betreutes Wohnen. Eine Netzwerkarbeit mit ortsnaher Struktur. "Dieses ist", so Schell, "eigentlich doch überall machbar".

Eigentlich sieht sich der Rhein-Kreis Neuss in der Pflege gut aufgestellt. Kreisdirektor Dirk Brügge: "In unseren Einrichtungen wird gute Arbeit geleistet. Gleichwohl müssen wir überlegen, wie wir zukünftige Entwicklungen meistern." Der Kreis werde in Kürze eine Pflegebedarfsplanung verabschieden, bei der es insbesondere um die Organisation von Kurzzeitpflege gehe. Brügge verkennt nicht, dass der Pflegeberuf allgemein attraktiver gemacht werden müsse. Mit einem Pflegeschlüssel ohne Mindestzahlen und mit arbeitsgerechter Bezahlung. Eine Möglichkeit sei auch die duale Ausbildung; etwa Pflegekräfte auch ohne akademische Ausbildung. Damit stimmt er mit Ratsherr Heinz Sahnen überein, der in Erfttal das Thema mit Werner Schell auf der Agenda hält.

(NGZ)
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