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Anzahl der Rechtsberatungen in Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale ist gestiegen.

Verbraucherschutz in Neuss : Warum die Anzahl der Rechtsberatungen deutlich gestiegen ist

Viele Anliegen der Verbraucher drehten sich 2020 in Corona-Zeiten um Rechte rund um Reisen und Online-Shopping, berichtet die Neusser Beratungsstelle. Es gab rund 4100 Anfragen.

Das Jahr 2020 stand auch für die Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. „Wir mussten am 16. März 2020 unsere Beratungsstelle schließen“, sagte Leiterin Dorothea Khairat anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts. Erst seit 7. Juni 2021 sind wieder persönliche Beratungen möglich – aktuell aber nur mit Termin. „Wir waren und sind jedoch per Telefon und E-Mail stets mit Ratsuchenden in Kontakt.“

„Für Menschen mit Sprachbarrieren und digital weniger affine Personen bleibt ein persönlicher Austausch aber unverzichtbar“, betonte Bürgermeister Reiner Breuer. Das gelte ebenso bei komplexen Rechtsproblemen oder sensiblen Finanzfragen, so Khairat. Rund 4100 Anliegen hat die Neusser Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW im vergangenen Jahr bearbeitet – ein leichter Rückgang von 236 Anfragen im Vergleich zu 2019. Stark gestiegen sei in 2020 die Zahl der Rechtsberatungen, von 1600 in 2019 auf 1900 in 2020, nicht zuletzt aufgrund des neuen Angebots einer kostenfreien rechtlichen Erstberatung am Telefon, ein Service, der weiter bestehen bleiben soll, sagte Khairat.

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Die mit dem Shutdown verbundenen Auflagen und Rechte für Verbraucher bestimmten auch die Anfragen an die Neusser Beratungsstelle. „Kann ich meine bereits bezahlte Reise stornieren?“ Oder: „Was passiert, wenn der Veranstalter meine Reise storniert?“ Solche oder ähnliche Fragen bildeten einen Schwerpunkt der Ratssuche, berichtete Khairat. Oft beklagten Betroffene, dass Veranstalter Rückzahlungen bei Stornierungen nur schleppend erledigten oder ganz verweigern und den Verbraucher mit Gutscheinen vertrösten, so die Leiterin der Beratungsstelle. „Besonders verärgerte die Menschen, wenn Anbieter auf ihre Anfragen gar nicht oder erst nach Wochen reagierten“, berichtete Beratungskraft Christian Fuchs. Ähnlich häufig suchten Verbraucher Hilfe zu abgesagten Veranstaltungen oder fortlaufenden Verträgen bei Fitnessstudios, die eine Zwangspause einlegen mussten. Einen weiteren Beratungsschwerpunkt bildete in Zeiten von geschlossenen Geschäften der Online-Handel. „Zum einen ging es um Bestellungen, die gar nicht eintrafen – in dem Fall haben die Verbraucher meist bei einem so genannten Fakeshop bestellt, den es gar nicht gibt“, bemerkte Christian Fuchs.

Ein besonderes Augenmerk richtet die Neusser Beratungsstelle aktuell aufgrund von Beschwerden auf verspätete Lieferungen. „Was viele nicht wissen: Online-Shops müssen eine konkrete Lieferfrist angeben und diese auch einhalten“, erklärte Khairat. Ein persönlicher Beratungstermin bei der Beratungsstelle Neuss kann unter 02131 2025601 und www.verbraucherzentrale.nrw/neus vereinbart werden.