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Neuss: Anwohnerprotest: Wirt lädt Schützen aus

Neuss : Anwohnerprotest: Wirt lädt Schützen aus

Biergärten dürfen in Nordrhein-Westfalen bis Mitternacht geöffnet haben. Normalerweise. Norbert Schommen allerdings muss seine Außengastronomie auf mündliche Anordnung des Ordnungsamtes derzeit schon um 22 Uhr schließen. Ausgerechnet zum Neusser Schützenfest wurde diese Auflage ausgesprochen. "Das kostet mich Tausende", stöhnt der Wirt des Lokals "Gießkanne" im Hamtorhochhaus.

Hintergrund dieser Maßnahme sind fortgesetzte Beschwerden einer Anwohnerin. An allen drei Ehrenabenden hatte sie sich an die Behörden gewandt, weil sie sich in der Nachtruhe gestört fühlte, wurde Schommen vom Ordnungsamt bestätigt. "Traurig" findet das Michael Erb, der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, der noch von einem weiteren Fall in der Nachbarschaft des Hamtorplatzes weiß. "Wir als Gemeinschaft der Innenstadtwirte werden uns dagegen wehren", kündigte er an.

Rainer Spenke, Geschäftsführer des Dehoga Nordrhein, kennt solche Fälle, in denen einzelne Nachbarn den Wirten das Leben schwer machen, zur Genüge. Normalerweise reagierten Behörden auf solche Beschwerden mit einem abgestuften Maßnahmenkonzept, sagt er. "Um 22 Uhr schließen — das ist allerdings das härteste Mittel, das ich kenne", sagt Spenke, der sich die Frage stellt, wie man am Neusser Schützenfest um 22 Uhr Nachtruhe herstellen will. Schommen hat seinen Weg gefunden: Er lädt acht Züge, die reserviert hatten, aus.

(NGZ/ac)