Anwohnerprotest gegen Konverter und Amprion im Thomas-Morus-Haus Neuss

Bei Info-Veranstaltung in Neuss: Anwohner-Protest gegen Konverter

Netzbetreiber Amprion lud ins Thomas-Morus-Haus, um seine Pläne vorzustellen.

Zahlreiche Demonstranten fanden sich am Donnerstagabend im Thomas-Morus-Haus ein. Der Grund: Netzbetreiber Amprion bat zum  Dialog und stellte den geplanten Konverterbau detailliert vor. Eine Gruppe aus Meerbusch reiste mit einem Bus an, um ihr Anliegen „Kein Konverter in Osterath“ darzulegen.

Als Vertreter für Amprion waren Projektsprecherin Joëlle Bouillon und Thorsten Mikschaitis, technischer Projektleiter, anwesend. Für die Bundesnetzagentur trat Sven Serong auf. Die Bundesnetzagentur dient als Prüfstelle im Genehmigungsverfahren für den Konverterbau. Dieses ist in zwei Schritte unterteilt. Derzeit befindet sich Amprion im ersten Schritt. Das heißt, dass alle benötigten Unterlagen bei der Bundesfachplanung vorgelegt wurden. Diese werden jetzt geprüft.

Lange Zeit galt Kaarst als favorisierter Standort. Die dortige Zielausweisung der Kiesförderung stand dem Konverter allerdings entgegen. Nun gilt Osterath als Standort Nummer eins.

  • Umstrittener Konverter : Netzbetreiber Amprion favorisiert Osterath als Standort

Bedenken in der Bevölkerung gibt es zu beiden Alternativen. Fragen nach Lärmbelästigung, möglichen Gesundheitsrisiken durch magnetische oder elektrische Felder kamen auf. Ebenso wurde die Notwendigkeit des Konverters hinterfragt. Technische Fragen konnten am Donnerstag beantwortet werden. Amprion muss vom Gesetz her bestimmte Werte, was Lärm und elektrische/magnetische Felder betrifft, einhalten. Bisherige Berechnungen zeigten, dass die Werte außerhalb der Anlage unbedenklich wären. Es gebe im Gesetz allerdings keine Vorgabe zu einem Mindestabstand von Wohnbebauungen. Ein Punkt, der Anwohner fragen lässt, was das Schutzgut Mensch noch bedeutet. Familien seien extra ins Grüne gezogen und würden nun eine industrielle Anlage in direkter Umgebung gebaut bekommen. Kritik an der Politik erntete bei den Gästen den größten Applaus.

Die Prüfung der Unterlagen dauert laut Serong noch einige Wochen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Behörden und die Öffentlichkeit, die Unterlagen einzusehen. Gleichzeitig können Einwände erhoben werden. Die Entscheidung über den letztendlichen Konverter-Standort fällt entweder die Bezirksregierung oder die Bundesfachplanung. Serong glaubt, dass die Unterlagen-Offenlegung im ersten oder zweiten Quartal 2019 stattfindet und eine Entscheidung der Bundesfachplanung nicht vor der zweiten Jahreshälfte vorliegen wird.

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