Neuss: Anwohner setzen sich mit Kritik an Straßenbau durch

Neuss: Anwohner setzen sich mit Kritik an Straßenbau durch

Die Anwohner von Fichte- und Olympiastraße haben sich mit ihrem Widerstand gegen eine geplante Veränderung ihrer Wohnstraßen durchgesetzt. Die Stadtverwaltung hält ihre bereits im September vorgestellten Vorschläge zu einer Neugestaltung des Straßenraumes zwar nach wie vor für sinnvoll, allerdings nicht länger daran fest. In der Ratssitzung Ende Juni wird sie nun eine neue Ausbauplanung vorstellen, die dann auch beschlossen werden müsste, um einen Baubeginn noch in diesem Jahr möglich zu machen.

Anlass für alle Überlegungen war die Notwendigkeit, die Kanäle in beiden Straßen grundlegend sanieren zu müssen. Das hätte die Chance geboten, oberirdisch den Straßenraum neu zu ordnen. Den wollte die Verwaltung nutzen, die eine Verkehrsberuhigung erreichen wollte und auch die Einrichtung einer Spielstraße nicht ausschließen wollte. Doch die Anwohner wollen keine Veränderungen, für die sie dann auch noch mit insgesamt bis zu 370.000 Euro zur Kasse gebeten würden. Allerdings: Ganz werden sie um die Zahlung von Straßenbaubeiträgen trotzdem nicht herumkommen, stellt die Verwaltung klar.

Namentlich die CDU hatte die Kritik der Anwohner aufgenommen. Der Stadtverordnete Dieter Welsink stellte schon im vergangenen Herbst fest: "Gegen den Willen der Anwohner wird es keine Entscheidung geben." Nur, wie stellt man den Bürgerwillen fest?

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Die Verwaltung lud einfach zu einer Bürgerinfo ein. Die war so gut besucht, dass die Verwaltung abstimmen ließ - und das Ergebnis als repräsentativ bewertete. Von 26 erschienenen Fichtestraßen-Anwohnern stimmten 24 gegen die Verwaltungspläne, von 13 Olympiastraßenanwohnern elf. Allerdings sprach sich eine Mehrheit dafür aus, Kanal- und Straßenbau zusammen zu erledigen und nicht getrennt.

(-nau)
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