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Neuss: Anwohner kritisieren den Müll im Barbaraviertel

Neuss : Anwohner kritisieren den Müll im Barbaraviertel

Seit 60 Jahren wohnt Änne Rennefeld im Barabaraviertel. "Damals war das ein ordentliches Arbeiterviertel", erinnert sich die NGZ-Leserin beim Ortstermin unserer Zeitung. Doch das habe sich geändert: "Der Stadtteil versinkt im Dreck", sagt die Rentnerin wütend.

Andere Anwohner stimmen ihr zu, berichten von wildem Müll, unsauberen Straßen, Hundekot und Ratten. "Warum schaltet sich da nicht mal das Ordnungsamt ein?", fragt Martina Link. Sie stört nicht nur der Müll, sondern auch der Lärm, den die Besucher der Diskotheken im Viertel verursachen. "Die ziehen hier marodierend durch die Straßen", sagt Link.

In der Diskussion mit NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten wurde auch deutlich, dass es guten Zusammenhalt im Viertel gibt — aber dass die Nachbarschaft früher enger war. Das habe auch damit zu tun, dass die Kirche nur noch als "Filiale" von St. Marien fungiere, kritisierten die Teilnehmer. Auch dass der Schulstandort stets infrage gestellt werde, sei wenig hilfreich, sagt Martina Link. "Das Viertel braucht einen Dreiklang von Kita, Schule und Jugendtreff", sagte der zuständige Stadtverordnete Hubert Eßer (SPD) der ebenfalls zum NGZ-Ortstermin gekommen war.

Für den Jugendtreff will er sich weiter einsetzen, gemeinsam mit Ingrid Schöneberg vom Caritashaus. Die Sozialpädagogin wünscht sich für das Viertel mehr Geschäfte und eine bessere Infrastruktur, gerade für die älteren Mitbürger. Aber auch die Jüngeren hat sie im Blick, wenn sie vor dem großen Verkehrsaufkommen im Viertel warnt.

(NGZ)