Anmeldeverfahre in Neuss: Auf welche Schule soll mein Kind?

Anmeldeverfahren in Neuss : Auf welche Schule soll mein Kind?

Mit den Halbjahreszeugnissen beginnt das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen. Wer noch unschlüssig ist, kann sich in unserer Übersicht alle Neusser Schulen im Steckbrief ansehen.

Für 1450 Neusser Jungen und Mädchen beginnt in einigen Monaten ein neuer Lebensabschnitt: Sie wechseln nach Beendigung der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule. Erfahrungsgemäß besuchen dann etwa 150 von ihnen eine Schule in einer anderen Kommune, dafür kommen etwa 50 Mädchen und Jungen von außerhalb nach Neuss.

Hier geht zu der Infostrecke, in der wir alle Neusser Schulen im Steckbriefformat zeigen.

Sieht man einmal von der Realschule Holzheim ab, der letzten – und gerade auf drei Züge aufgestockten – Schule dieser Art im Stadtgebiet, haben die Eltern nur noch die Wahl zwischen zwei Schulformen, die beide bis zum Abitur führen können: Gymnasium und Gesamtschule. Die Internationale Schule (ISR) bietet einen vergleichbaren Abschluss an. Sowohl die Sekundarschule in Gnadental als auch die Maximilian-Kolbe-Hauptschule an der Bergheimer Straße laufen aus. Anmeldungen sind dort nicht mehr möglich.

In diesem Zusammenhang betont die Schuldezernentin Christiane Zangs, dass zwar jedes Kind das Recht habe, eine Schulform seiner Wahl zu besuchen. „Aber nicht das Recht, an einer bestimmten Schule beschult zu werden.“ Das letzte Wort habe immer die Schulleitung – und die Mathematik. Denn es komme immer wieder vor, so Zangs, dass sich an einer Schule mehr Kinder anmelden wollen, als es die räumlichen wie personellen Kapazitäten hergeben. Oder als politisch „erwünscht“ ist. Leidtragende waren im Vorjahr Kinder, die am Gymnasium Norf abgewiesen wurden, weil die Stadt dort keine sechste Eingangsklasse bilden wollte – obwohl es technisch möglich gewesen wäre. Sie wurden mehrheitlich an das Quirinus-Gymnasium verwiesen, das im ersten Durchgang nicht genug Anmeldungen bekam.

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Zangs rät daher, auf dem Anmeldeschein mindestens zwei, besser sogar drei Wunsch-Schulen als „Top 3-Liste“ anzugeben. Bei einer Mehrfach-Nennung liege die Wahrscheinlichkeit bei annähernd 100 Prozent, gleich eine der gewünschten Schulen zu bekommen – wenn auch vielleicht nicht jene auf dem Spitzenplatz. „Zweit- oder Drittwünsche werden vorrangig berücksichtigt“, betont Zangs. Dabei achte man auch darauf, die rechtlich mögliche Entfernung zur Schule möglichst nie auszureizen. Diese liegt bei immerhin einer Stunde Schulweg – pro Wegstrecke. Die Politik hat aber auch Konsequenzen aus den Problemen des Vorjahres gezogen und im neuen Schulentwicklungskonzept das Gymnasium Norf dauerhaft auf sechs Züge aufgestockt.

Das konnte die Stadt, weil es bei den Verantwortlichkeiten eine  Zweiteilung gibt: Während das Land NRW für das Personal in den Lehrerkollegien und deren Bezahlung verantwortlich ist, fallen die Schulgebäude, wenn sie nicht in privater oder kirchlicher Hand sind, wie auch Unterrichtsbedarf und Sachmittel in kommunale Zuständigkeit. Die Stadt, genauer gesagt der Rat, bestimmt daher in Abstimmung mit der Bezirksregierung auch über die Schulformen am Ort und die Zahl der Klassen pro Jahrgang und Schule. Neben dem Gymnasium Norf werden auch die noch aufwachsenden Gesamtschulen Norf und Nordstadt und die zur Gesamtschule umgewandelte Comeniusschule auf sechs Eingangsklassen angelegt.

Warum eine Schule besonders gefragt ist, lässt sich laut Christiane Zangs kaum mit harten Fakten erklären. Es seien eben „Wellenbewegungen“ der Beliebtheit, weiß die Beigeordnete aus 15-jähriger Erfahrung. Jede Schule in Neuss sei ein bisschen anders - „aber jede uneingeschränkt empfehlenswert“.

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