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Getötete Neusser Rentnerin in Neuss: Angeklagter legt Revision ein

Getötete Neusser Rentnerin in Neuss : Angeklagter legt Revision ein

Eine Woche nach dem Urteil im Prozess um den Mord an einer 86-jährigen Reuschenbergerin hat die Verteidigung Revision eingelegt. Die Anwälte des 78-jährigen Angeklagten wollen das Urteil vom Bundesgerichtshof überprüfen lassen.

Das Landgericht Düsseldorf hatte den Angeklagten wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt, ihn zunächst aber von der Haft verschont. "Es gibt zwei wesentliche Punkte, die wir überprüfen lassen wollen", sagt Rechtsanwalt Horst Ruthmann. "Zum einen hat das Gericht anders als der Gutachter keine verminderte Schuldfähigkeit angenommen. Zum anderen halten wir das Geständnis unseres Mandanten bei der Polizei für nicht verwertbar."

Trotz dieser beiden Punkte steckt hinter dem Einlegen der Revision allerdings auch eine gehörige Portion Taktik. Denn: Bis zur Entscheidung des Bundesgerichtshofs wird der Angeklagte wohl auf freiem Fuß bleiben können. Die Verteidigung will den Zeitpunkt des Haftantritts entsprechend hinauszögern.

Für Staatsanwalt Christoph Kumpa indes ist klar, dass der Angeklagte auf jeden Fall ins Gefängnis muss. "Ich sehe keinen Grund, warum er nicht zumindest einen Teil seiner Strafe absitzen muss." Sogar Familienangehörige hätten im Prozess bestätigt, dass sich sein Gesundheitszustand deutlich gebessert habe. "Ich gehe davon aus, dass er in einigen Monaten erneut inhaftiert wird." Es gäbe zwar die Möglichkeit eines "Gnadenantrags", bei einem Tötungsdelikt hätte derartige Anträge aber kaum Aussicht auf Erfolg.

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