Angebot der evangelischen Philippus-Akademie in Neuss

Angebot der Philippus-Akademie in Neuss : Bildung mit evangelischer Position

Der Kirchenkreis stellt im Semesterprogramm die Frage nach Krieg und Frieden.

Die Familienbildung ist im Evangelischen Kirchengemeindeverband eine etablierte Größe. Doch über den klassischen Fächerkanon hinaus vermissten viele Mitglieder der fünf Neusser Gemeinden ein Angebot für die „evangelische Seele“, die Auseinandersetzung mit dezidiert theologischen Fragen. Diese Lücke schließt die die Philippus-Akademie des Kirchenkreises, die unter dem Schlagwort „Philippus in Neuss“ jetzt ihr zweites, auf die Region zugeschnittenes Programm vorgelegt.

„Krieg und Frieden“ ist das Leitmotiv der Veranstaltungen bis zum Jahresende, mit denen die Jahreslosung für 2019 „Suche den Frieden und jage ihm nach“ quasi vorweggenommen wird. Aber es ist auch brennend aktuell, sagt Pfarrer Sebastian Appelfeller als Sprecher des Gemeindeverbandes, der die Bildungsangebote koordiniert. Es geht um den Nahostkonflikt, die Angst vor Terrorismus, aber auch die Kindernothilfe im vom Krieg noch immer gezeichneten Uganda, die Jana Koetter vorstellen wird. Große Weltpolitik trifft auf die Anstrengungen vor Ort, die sich zum Beispiel in der Anbahnung eines interreligiösen Dialogs mit muslimischen Frauen in Neuss anbahnt. Dass in diesen Kanon auch eine Exkursion zu den Hofkirchen am Niederrhein passt, kann Martina Wasserloos-Strunk, die Leiterin der Philippus-Akademie, schlüssig mit deren Entstehung in kriegerischen Zeiten erklären.

Stolz sind die Programmgestalter, zu denen auch Pfarrerin Karin Oehlmann und Pfarrerin Annette Gärtner gehören, dass für einen Vortragsabend in Neuss auch namhafte Referenten gewonnen werden konnten. Martin Engels, Moderator des Reformierten Bundes, hat für den 10. Oktober zugesagt, in der Kreuzkirche das Friedenspapier der Reformierten vorzustellen. Die leitende Militärdekanin Petra Reitz spricht am 14. November in der Christuskirche über das Thema „Friedensverantwortung als geistlicher Prozess“. Und die Reihe beschließt der Terrorismusexperte Rolf Tophoven am 28. November, wenn er in der Bonhoeffer-Kirche darlegt, warum die Gefahr des Islamistischen Terrors noch nicht gebannt ist. Bildung, sagt Appelfeller, soll nicht moralinsauer sein. „Philippus“ sei vielmehr ein Angebot, sich eine Meinung zu bilden – von einem evangelischen Standpunkt aus.

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