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Am Lukaskrankenhaus Neuss wurde ein Mini-Herzschrittmacher eingesetzt

Rheinland Klinikum Neuss : Erstmals kabellosen Mini-Herzschrittmacher eingesetzt

Medizinische Geräte werden immer kleiner, ohne dass sie weniger können. Den Beweis trat jetzt Oberarzt Ashalley Vardon-Odonkor an, der einer Patientin erstmals einen schnurlosen Mini-Herzschrittmacher einsetzte. Schon tags drauf konnte sie die Klinik verlassen.

Es ist der kleinste Herzschrittmacher der Welt, den die Patientin erhalten hat, und nicht nur das: Die von Oberarzt Ashalley Vardon-Odonkor eingesetzte Kardio-Kapsel kommt ohne Sonde aus. Das kabellose Mini-System wird direkt ins Herz eingepflanzt und benötigt nicht mehr die Elektroden, die sonst Schrittmacher und Herz verbinden.

Der Kardiologe, der im Zentrum für Herz- und Gefäßmedizin am Standort Lukaskrankenhaus als Spezialist für Herzschrittmacher tätig ist, zählt die Vorteile für die Patienten auf.  Da ist zum einen die geringe Größe: Wird ein „klassischer“ Schrittmacher in eine Gewebetasche unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt, wird die Kapsel direkt in der rechten Herzkammer verankert. Das Fehlen der Sonde schließt potentielle Nachteile wie mögliche Herzklappenentzündung oder eine Interaktion mit der Herzklappe aus. „Und wir können die Kardio-Kapsel minimal-invasiv einsetzen: mittels eines Katheters, den wir von der Leiste bis zum Herzen führen“, sagt er. Das bedeute eine wesentlich geringere Belastung für die Patienten.

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Die kleine Kapsel wird mittels winzig-kleiner Häkchen direkt an der Herzwand befestigt, ihre Batterie hält zehn bis fünfzehn Jahre. Bei Bedarf kann eine weitere Kapsel daneben eingesetzt werden.

Auch Professor Michael Haude, Chef des Zentrums für Herz- und Gefäßmedizin des Rheinland Klinikums, ist von der neuen Methode überzeugt. „Ein Meilenstein in der Schrittmacherentwicklung und -miniaturisierung. Ich freue mich sehr, dass wir diese zukunftsweisende Technologie unseren Patienten im Rheinland Klinikum anbieten können.“

Universell einsetzbar ist das kabellose Schrittmachersystem noch nicht: Es ist aktuell nur für bestimmte Rhythmusstörungen mit sehr langsamem Herzschlag konzipiert. Der Patientin von Ashalley Vardon-Odonkor ermöglicht die Kapsel jedenfalls wieder ein gleichmäßig schlagendes Herz. Sie hat das Lukaskrankenhaus nur einen Tag nach dem Eingriff verlassen. „Auch die Nachuntersuchung hat belegt: Die Patientin hat den Eingriff sehr gut überstanden. Wir konnten ihr mit diesem neuen Herzschrittmacher eine perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie anbieten“, so der Herz-Experte.

(NGZ)