Neuss: Am Hafenbecken I wächst die neue City

Neuss : Am Hafenbecken I wächst die neue City

Mit dem Auslaufen des Exklusivvertrages zur Bebauung des Wendersplatzes tut sich für die Stadtplanung wieder eine Baustelle auf. Andere Maßnahmen zwischen City und Hafen lassen sich besser an.

Der östliche Innenstadtrand ist derzeit reich an Baustellen. Echten und künftigen. Eine allerdings hat sich mit Datum von heute vorerst erledigt, denn heute endet der mit dem Essener Projektentwickler Kölbl und Kruse geschlossen Exklusivvertrag für ein Bauvorhaben auf dem Wenderplatz. "Ein verlorenes Jahr", wie der SPD-Fraktionschef Reiner Breuer bedauernd feststellt.

Während der Wendersplatz planerisch eine Baustelle bleibt, tut sich an anderen Stellen eine Menge. Das Bebauungsplanverfahren fürdas Werhahngeländes zwischen Hafenbecken I und Rheintorstraße/Düsseldorfer Straße ist auf den Weg gebracht und wird an dieser Stelle mit einem Neubaukomplex, der Wohn- und Büronutzungen vorsieht, die Stadt wirklich ans Wasser bringen. Gebaut wird außerdem — nachdem der neue Platz am Kopf des Hafenbeckens und die Uferpromenade fertig gestellt sind — aktuell am so genannten Kopfgebäude, dessen Pläne seit 2007 unter dem Stichwort "Waterfront" diskutiert wurden. Bauherr ist, nachdem sich kein Investor gefunden hatte, die stadteigene Stadthafen GmbH. Deren Engagement wird von der Politik begrüßt, weil so ein Akzent gesetzt und etwas in Gang gebracht wird.

In Gang bringen: Das wünscht sich die Politik auch und gerade aktuell beim Thema ehemalige Münsterschule. Nach einem Bieterverfahren wurde das Areal einem Investor in die Hand gegeben, doch, wie Planungsdezernent Christoph Hölters erklärt, "vertraglich keine Frist gesetzt, binnen der er fertig werden müsste." Den Stillstand zu beenden sei das Ziel, allerdings unter der Voraussetzung, dass für die Stadt kein finanzieller Schaden entsteht. Auch Breuer sieht das Thema am Scheideweg: "Man muss möglicherweise zu einer neuen Entscheidung kommen."

Als planerische Klammer wurde der "Masterplan Neuss-an-den-Rhein" entwickelt, der nicht nur diese Maßnahmen verbinden, sondern die Stückwerk-Planung der Vergangenheit durch eine Vision für eine langfristige, geordnete Stadtentwicklung zwischen östlichem Stadtrand und Rhein ersetzen soll. Für die Vertiefung dieser Überlegungen durch einen externen Gutachter will die Koalition aus CDU und FDP 50 000 Euro bereitstellen. "Er soll sich auf die Themen Büropark Hammfeld I und Verbindung Wendersplatz-Rheinparkcenter konzentrieren", definiert der FDP-Fraktionsvorsitzende Heinrich Köppen den Arbeitsauftrag.

Die Verwaltung hat den Masterplan fachlich bewertet. Eigene Ideen stimmen mit denen dieses Entwurfes überein, so etwa die Verkehrsberuhigung der Batteriestraße. Aus städtebaulicher Sicht wäre das wünschenswert, heißt es im Rathaus. Doch wegen der Bedeutung dieser Trasse für den innerstädtischen Verkehr wird von einer kurzfristigen Umsetzung abgeraten. Kurzfristig wäre nur der Neubau am Wendersplatz möglich gewesen.

(NGZ/ac)