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Neuss: Am "Etienne" wird ein Parkhaus gebaut

Neuss : Am "Etienne" wird ein Parkhaus gebaut

Vollgeparkte Straßen rund um das Krankenhaus sind seit Jahren ein Ärgernis. Jetzt versucht der Träger die große Lösung.

Der Preis für den Erfolg des Johanna-Etienne-Krankenhauses ist immer mehr Verkehr. Diesen Preis allerdings zahlen vor allem die Anwohner, die seit Jahren damit leben müssen, dass in den Straßen rund um die Klinik kein Parkplatz zu bekommen ist, ja, dass selbst ihre Grundstückseinfahrten und Privatparkplätze zugestellt werden. Die St.-Augustinus-Kliniken als Träger des Hauses, die die Zahl der vorhandenen Parkplätze auf dem Krankenhausgelände im Rahmen der Möglichkeiten immer wieder ergänzt hatten, versuchen jetzt den Befreiungsschlag: Sie planen den Bau eines Parkhauses mit bis zu 372 Parkplätzen auf sieben Etagen.

Nach vielen Voruntersuchungen und Abwägung unterschiedlicher Lösungen hat der Träger gerade einen Bauantrag für einen Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Wäscherei gestellt. Auf einer Grundfläche von 33 mal 41 Meter sollen sich die Parkdecks bis zu einer Gebäudehöhe von 20 Metern "stapeln". Investitionsvolumen: gut 3,7 Millionen Euro. Allerdings, so schränkt Paul Neuhäuser als Sprecher der Geschäftsführung ein, haben die Gremien der Augustinus-Kliniken noch nicht "Ja" zu dem Projekt gesagt. Das steht am 8. März auf der Tagesordnung.

Aus Sicht der Stadt spricht derzeit nichts gegen eine Genehmigung des Vorhabens. Die Erschließung des Parkhauses sei über den Kreisverkehr möglich, erklärt Planungsdezernent Christoph Hölters, der das Vorhaben des Krankenhausträgers "sehr gut" findet. Auch wenn das ermittelte Parkplatzdefizit größer ist als die Zahl der Parkhausplätze.

Dass die Nachricht vom Parkhausbau bei den Anwohnern viele Fragen aufwerfen wird, weiß die CDU-Stadtverordnete Anne Holt, die seit Jahren auf eine Verbesserung der Parksituation drängt. Sobald alle technischen Fragen des Vorhabens geklärt sind und zum Beispiel ein Lärmschutzgutachten vorliegt, soll es zeitnah eine Informationsveranstaltung geben.

Weil ein Neubau (kostenpflichtiger) Parkplätze nicht automatisch bedeutet, dass Beschäftigte wie Besucher des Krankenhauses ihre Autos nicht mehr in den Straßen ringsum abstellen, wird im Rathaus über lenkende Maßnahmen nachgedacht. Das kann Parkverbote beinhalten, um zum Beispiel die Zufahrten für die Rettungsdienste frei zu halten, Parkscheibenregelungen oder eine Bewirtschaftung auch der Abstellmöglichkeiten im Umfeld. Eine Regelung zum Anwohnerparken ist nach Hölters Einschätzung nur die letzte aller Möglichkeiten. So etwas soll es auch künftig nur in der Innenstadt geben. Denn in kleinen Wohnquartieren wie auf der Furth sei ein Anwohnerparkausweis "nur eine Lizenz zum Suchen."

(NGZ/ac)