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Neuss: Alte und neue Kunst aus Japan

Neuss : Alte und neue Kunst aus Japan

Es flirrt und tanzt vor den Augen. Mal schnell, mal langsam, mal zackig, mal sanft fließend. Kreuz und quer fliegen kleine Gebilde über die Wand. Ihre Formen sind so verschieden, dass sich kaum auf ihre Beschaffenheit schließen lässt. Mal sind sie rund, dann oval oder eckig; mal länglich wie ein Strich, mal wie ein kleines Würstchen. Um so überraschender dann die Auflösung durch den Titel: "Dust" – "Staub" heißt die Video-Arbeit des japanischen Künstlers Takehito Koganezawa, die den Rampen-Raum in der Langen Foundation beherrscht.

Es flirrt und tanzt vor den Augen. Mal schnell, mal langsam, mal zackig, mal sanft fließend. Kreuz und quer fliegen kleine Gebilde über die Wand. Ihre Formen sind so verschieden, dass sich kaum auf ihre Beschaffenheit schließen lässt. Mal sind sie rund, dann oval oder eckig; mal länglich wie ein Strich, mal wie ein kleines Würstchen. Um so überraschender dann die Auflösung durch den Titel: "Dust" — "Staub" heißt die Video-Arbeit des japanischen Künstlers Takehito Koganezawa, die den Rampen-Raum in der Langen Foundation beherrscht.

Und es sind wirklich nur Staubpartikel, die er aufgenommen hat und ohne große Bearbeitung durch acht Beamer auf die Wand wirft, betont der Künstler. Die einzige Veränderung: Er hat horizontal gefilmt und gibt in der Vertikalen wieder. Auf diese Weise holt er ganz Banales aus seiner Realität und macht es zu einem abstrakten Kunstgebilde. Eine andere Arbeit in seiner Ausstellung "Particle Tickle" funktioniert nur bei Sonne: In einem Außenkorridor hat der in Berlin lebende 37-Jährige 50 Spiegelkugeln installiert, die bei Sonne bewegliche Lichtreflexe in den Raum zaubern.

Koganezawas Arbeiten sind indes Teil einer Doppelausstellung in der Langen Foundation. Die Kuratorin der Stiftung, Maria Christiane Schneider, stellt zeitgenössische Kunst in einen Zusammenhang mit alter aus Japan. Wie sich die japanische Bilderwelt entwickelt hat, will sie mit zweiten Schau "Visual Stories — Japans Bilder erzählen: Bildrollen - Manga — Anime" zeigen. Dafür hat sie Bildrollen aus der Sammlung Langen ausgewählt, die damit verblüffen, dass sie die Vorläufer für Monster oder Bösewichte der heutigen Manga-Künstler sind. Aus dem 17. Jahrhundert stammen nämlich die Einäugigen oder Zähnefletscher, zu deren Bildern man sich einst Schauergeschichten erzählte.

Prunkstück der Ausstellung ist aber ein Rollbild, das zum ersten Mal in Gänze zu sehen ist. Über 20 Meter lang ist die "Falkenjagd", die in etlichen Szenen und mit vielen filigranen Details den Ablauf vom Aufbrauch bis hin zum Abzug mit reicher Beute zeigt. Nicht weniger faszinierend: Rollbilder mit Szenen aus der und um die alte Hauptstadt Kyoto. Sie müssen ein kaiserliches Geschenk gewesen sein. Die Chrysanthemen auf den sie bewahrenden Holzkisten zeigen es.

(NGZ)