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Neuss: Alte Post setzt auf den Austausch der Künste

Neuss : Alte Post setzt auf den Austausch der Künste

Das neue Semesterprogramm der Alten Post verknüpft Bewährtes mit neuen Ideen. Die Grenzen sollen damit fließender gestaltet werden.

Es gibt Kurse im Programm der Alten Post, für die muss Klaus Richter, dort zuständig für bildende Kunst, gar nicht groß werben. Alles, was mit Schmuckherstellung zu tun hat, läuft "wie geschnitten Brot" sagt er lachend. Also geht er auch jetzt davon aus, dass diese Angebote ihre Abnehmer finden – bei anderen dagegen ist es wichtig, immer wieder auf Bedürfnisse zu reagieren.

Jedes Semester gibt es neue Kurse, aber im aktuellen Verzeichnis findet man sie auch auf den ersten Blick. Denn sie sind mit einem Sternchen und dem Wort "neu" versehen. Im Bereich Schauspiel etwa bleibt es bei den Basisangeboten, aber erstmals gibt es auch eine Verbindung zur Performance, die Klaus Richter gerne stärker im Profil der Alten Post abbilden möchte – idealerweise in einer Produktion, die die Alte-Post-Bereiche Theater und Kunst auch verknüpft.

89 Kursnummern (teils mit mehreren Terminen) sind im neuen Programm verzeichnet. Von 128 Seiten ist das Heft auf 140 angewachsen, sagt Richter, der gemeinsam mit Hans Ennen, dem Leiter der Alten Post, zudem stärker denn je berücksichtigen muss, dass eine wichtige Klientel nur noch eingeschränkt Zeit hat – Schüler zum Beispiel. Und so gibt es für Kursteilnehmer auch das Angebot, die Mal- oder sonstigen Räume außerhalb der regulären Kurszeiten zu nutzen: "Nach Absprache natürlich", sagt Klaus Richter, "und gegen eine kleine Gebühr."

Unverhofft ist die Alte Post zudem zu einer Anschaffung gekommen, der ebenfalls zu neuen Angeboten führt: "Wir haben vom Geschwister-Scholl-Haus die Siebdruck-Anlage übernommen", erzählt Richter, "und machen damit in einem Wochenendkursus einen ,Siebdruck-Jam' unter Leitung des Graffitikünstlers Konstantin Zaika."

Ein Versuchsballon, wie er zugibt, aber davon gibt es im neuen Semester ohnehin mehrere. So wird immer dienstags von 18 bis 22 Uhr zu einem "Offenen Atelier" eingeladen, in dem Kursteilnehmer frei arbeiten können und dennoch in der Tutorin und Künstlerin Nanja Gemmer auch eine Unterstützung finden. Einen Neuanfang hat Richter auch der "Mappenberatung" verpasst. Kunst- oder Architekturstudenten, die Hilfe für ihre Bewerbungsmappen an einer Hochschule wollen, können sich jetzt in einem Colloquium mit einem Fachmann (Professor Ulf Rungenhagen) und unter ihresgleichen austauschen.

Austausch – das ist ohnehin so etwas wie ein Zauberwort für Klaus Richter. Den will er auch stärker mit Sonderveranstaltungen fördern. Nur zu gern denkt er dabei an den "Reibekuchen-Abend" von Claudia Ehrentraut im Rahmen ihrer Ausstellung in der Alten Post zurück. "Der war ein echtes Erlebnis für alle." Und das erhofft er sich auch von Werkgesprächen und anderen kursübergreifenden Angeboten für Dozenten, Teilnehmer und Besucher. Auch wenn es nicht immer Reibekuchen gibt ...

(NGZ)