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Neuss: Als Martinssammler unterwegs

Neuss : Als Martinssammler unterwegs

In der ganzen Stadt sind sie in diesen Wochen unterwegs: Die ehrenamtlichen Martinssammler. Zu ihnen gehören Gabi Korol und Renate Klinke, die für den Hoistener Martinszug sammeln und für Spenden von Tür zu Tür gehen.

Manchmal ist es Klinkenputzen, manchmal Seelsorge und oft ein gutes Gespräch mit Bekannten. So beschreibt Gabi Korol ihre Tätigkeit, wenn sie — wie viele ehrenamtliche Martinssammler in diesen Tagen — für St. Martin um Spenden bittet. Gabi Korol und ihre Begleitung Renate Klinke sammeln für den Hoistener Martinszug, gehen von Haus zu Haus, um Marken für die Martinstüten zu verkaufen und Spenden zu sammeln.

Bei Karin Lentz haben sie Erfolg, können fünf Marken verkaufen – und die Anwohnerin freut sich darüber, ihren Enkeln die Tüten zu stiften. Foto: Woitschützke, Andreas

An der ersten Haustür erleben die beiden Frauen allerdings eine Enttäuschung: Niemand macht auf. Doch entmutigen lassen sich die Ehrenamtlerinnen nicht. Auf ihrer Liste verzeichnen sie, dass sie noch einmal wiederkommen wollen, dann geht es zur nächsten Haustür. Dort müssen die beiden zwar etwas länger warten, doch dann öffnet eine ältere Dame.

Carola Frintrup kennen die beiden seit Jahren. Damit ihnen nicht allzu kalt wird, spendiert die Nachbarin ein wärmendes Getränk. Foto: woitschützke

Der Erfolg währt nicht lange, denn die Sammlerinnen werden vertröstet, sie sollen noch einmal wiederkommen. "Bei älteren Leuten ist es oft so, dass wir für einen Plausch hineingebeten werden", erzählt Renate Klinke, als sich beide Sammlerinnen wieder auf den Weg machen. "Die Senioren freuen sich, wenn sie jemanden zum Reden haben."

Um Enttäuschungen zu vermeiden, ist die Martinssammlung in Hoisten gut organisiert: Für jeden Sammel-Bezirk, der etwa zwei bis sechs Straßenzüge umfasst, gibt es eine Liste, auf der steht, wo schon geklingelt wurde, welche Bewohner nicht anzutreffen waren und wie viele Marken für die Tüten verkauft wurden. Organisiert wird alles ehrenamtlich, vom Martins-Komitee Hoisten. Der Vorsitzende Michael Petzold ist stolz auf die Arbeit, die er zusammen mit den Mitgliedern leistet: "Wir koordinieren den kompletten Markenverkauf inklusive Sammlung, den Einkauf für die Tüten, deren Verteilung an die Kinder und Senioren sowie den kompletten Umzug mit St. Martin, Musik und Feuerwehr."

Während die Martinssammlung läuft, sind Gaby Korol und Renate Klinke an mindestens drei Abenden in der Woche jeweils zwei Stunden unterwegs. "Als ich das erste Mal mitgegangen bin, habe ich gedacht, ich mache das nie wieder", erzählt Gaby Korol. "Es war mir unangenehm, nochmal zu klingeln, aber mittlerweile kennt man sich", sagt die Hoistenerin die seit 14 Jahren für die Martinssammlung aktiv ist.

An der dritten Haustür, vor der die Frauen warten, haben sie Glück. Freudig öffnet Karin Lentz die Tür und fragt: "Ist es denn schon wieder soweit?" Gabi Klinke hält schon die fünf obligatorischen Marken für Lentz' Enkelkinder bereit. "Wir wissen schon, wer was braucht", verrät Klinke, die seit 20 Jahren für das Martins-Komitee arbeitet.

Und auch an der nächsten Haustür werden sie schon erwartet: Carola Frintrup öffnet die Tür und bietet den Frauen ein Getränk zum Aufwärmen an. "Für die Arbeit haben sie das verdient", erklärt Frintrup ihr Engagement — und stößt mit Gabi Korol und Renate Klinke auf die Martinssammlung an.

(oda)