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Neuss: Als Lehrerin nach Afrika

Neuss : Als Lehrerin nach Afrika

Die Neusser Erzieherin Anke Faustmann geht für drei Monate als Praktikantin nach Ghana. Dort will sie Frauen in der Millionenstadt Accra das Lesen, Schreiben, aber auch das Schwimmen beibringen.

Zwei Koffer wird sie mitnehmen auf die große Reise. Einer wird gefüllt sein mit den wenigen persönlichen Dingen, die Anke Faustmann in Accra brauchen wird. Bei durchschnittlich 30 Grad und tropischen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit sind das kaum mehr als ein paar leichte Sommersachen und natürlich ein Laptop, der ihr in den drei Monaten ihres Aufenthalts in Ghana den schnellen und direkten Kontakt mit ihren Neusser Freunden ermöglichen wird. "Alles was man braucht, kann man auch gut dort kaufen, schließlich ist Accra eine riesige Großstadt", erzählt Anke Faustmann.

Zehn Tage war sie im Dezember in Ghana, um das Land kennenzulernen und zu prüfen, ob sie dort drei Monate verbringen will. "Seither bin ich absolut fasziniert von diesem Land. Die Menschen dort haben eine so überwältigende Freundlichkeit, und die Landschaft ist traumhaft schön", erzählt die Neusser Erzieherin. Danach war die Entscheidung leicht, drei Monate als Praktikantin für die Organisation "Women in School Association" in Accra zu leben und zu arbeiten.

"Ich wollte immer ins Ausland und habe nach einem sinnvollen Projekt gesucht, das vor Ort den Menschen auch wirklich hilft" sagt die engagierte junge Frau, die hauptberuflich ein Wohnprojekt von Menschen mit Behinderung betreut und sich in vielerlei Weise ehrenamtlich engagiert. Bei der Organisation, die der Schweizer Christopher Cieslok vor zwei Jahren gründete, fand sie ein überzeugendes Konzept: "Es gibt viele Projekte, die vor allem Kindern helfen", erklärt Cieslok. Gerade für die Frauen aber, die in der Millionenstadt Accra ihr Glück suchen, ist die Vermittlung von elementaren Dingen wie Lesen, Schreiben seiner Erfahrung nach eine kleine, aber wichtige Hilfe beim täglichen Kampf ums Überleben. Vor allem gibt es ihnen Selbstvertrauen.

So wird Anke Faustmann in Ghana vor allem individuelle Hilfen bei der Alphabetisierung geben. Darüber hinaus hat sie sich vorgenommen, den Frauen das Schwimmen nahe zu bringen: "Dort gibt es wunderschöne Strände, aber niemand geht ins Wasser, weil Schwimmen einfach nicht zur Kultur in Ghana gehört. Selbst die Fischer dort können in der Regel nicht schwimmen." Vor allem Schwimmhilfen, Badesachen und andere Spenden, mit denen sie den Menschen in Ghana Grüße aus dem fernen Europa übermitteln wird, sind deshalb in dem zweiten Koffer, der mit ihr Ende März auf die Reise nach Zentralafrika geht. "Ich habe von vielen Menschen Spenden bekommen, vielleicht entstehen Kontakte und Freundschaften zwischen den Menschen aus Afrika und denen aus Europa daraus", sagt sie.

(NGZ)