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Stadt-Porträt (folge 7) Ngz Und Stadtwerke Neuss Unterwegs In...: Allerheiligen – Ein junges Dorf im Wachstum

Stadt-Porträt (folge 7) Ngz Und Stadtwerke Neuss Unterwegs In... : Allerheiligen – Ein junges Dorf im Wachstum

In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Viele junge Familien leben dort. Kita-Plätze sind heiß begehrt.

Allerheiligen Genüsslich beißen die Kinder des Abenteuerlandes in ihre Melonen-Happen oder ihre Schoko-Muffins. Sie sind gerade für den Sponsorenlauf unterwegs gewesen und hochzufrieden mit ihrer köstlichen Belohnung. Dass sie auch hochzufrieden mit ihrem Kindergartenplatz im neuen großen Gebäude der Lebenshilfe sein können, das ahnen die Kleinen nicht. Denn nicht jedes Kind im Dorf hat so viel Glück. "Wir haben viele Bewerbungen, die wir leider ablehnen mussten", erzählt die Kita-Leiterin Dagmar Hentschel.

Foto: klxm

Grund dafür ist das "explosionsartige" Wachstum des Dorfes in den vergangenen 15 Jahren, sagt der Stadtverordnete Ingo Stolz: "Als ich 1977 hierher gezogen bin, war das ein 700-Seelen-Dorf. Heute leben hier viele tausend Menschen." Denn mit den Neubaugebieten kamen die jungen Familien — und damit auch Leben in die Bude. "Die Alteingesessenen haben davon natürlich auch profitiert. Wir haben heute einen Aldi und einen Rewe — das gab es früher nicht", sagt Stolz.

Langsam aber sicher wächst Allerheiligen weiter. Das Neubaugebiet A ist fertig, das Neubaugebiet B1 fast komplett, und die Vorbereitungen für das Neubaugebiet B2 laufen. Spiegelbild dieser neuen jungen Struktur sind die Kitas. Die Lebenshilfe ist vor ein paar Wochen umgezogen in ein neues großes Gebäude mit Bolzplatz und Skateranlage, die noch im Aufbau ist. Nebenan befindet sich das neue Jugendzentrum. Die Container-Kita, in der die Lebenshilfe vorher untergebracht war, ist aber auch schon wieder voll besetzt, erzählt Hentschel: "Dort sind wieder 40 neue Kinder. Im Sommer kommen 20 weitere hinzu. Und hier im neuen Gebäude haben wir gerade 78 Kinder." Dass mit den jungen Familien auch die Infrastruktur gewachsen ist, freut die Dorfbewohner. "Hier war vorher nicht viel. Jetzt gibt es die Supermärkte, einen Bäcker, einen Friseur — eigentlich alles, was man braucht", sagt Hentschel.

Noch mehr Kindergartenplätze wären zwar schön für die Kinder, die noch auf der Warteliste stehen, doch glaubt die Kita-Leiterin, dass sich das mit den heutigen Kapazitäten bald einpendeln wird. "Die zugezogenen Familien haben ein oder zwei Kinder, die hier in die Kita gehen. Wenn die dann in die Schule kommen, wird sich der Bedarf verlagern."

Eine andere Lücke, die geschlossen werden muss, sieht Ingo Stolz. Zwar sei die nötige Infrastruktur im Wachstum, doch fehlten die Begegnungsorte: "Wir haben keine große Kirche und kein modernes Zentrum, das ein Ort der Begegnung sein kann. Das ist der Aldi-Parkplatz eben nicht." Allerheiligen sei mittlerweile ein junger, moderner Stadtteil, der die passenden Cafés, Restaurants und Begegnungsorte für Jung und Alt benötigte. In diesem Bereich gebe es noch viel Potenzial. "Wir brauchen hier ein soziales Gefüge, damit eine intakte Gemeinschaft entstehen kann." Doch je mehr junge Familien kommen, desto mehr Menschen würden sich bald dafür einsetzen. Demnächst soll eine Begegnungsstätte eröffnet werden. Dort könnten dann auch die jungen Eltern in Kontakt kommen.

Und Allerheiligen wächst weiter. Allein in den vergangenen fünf Jahren wuchs die Einwohnerzahl von 4744 im Jahr 2008 auf aktuell 5895 Einwohner — Tendenz steigend. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren waren es gerade einmal 2050 Einwohner. Leser-Aktion: NGZ-Leser, die am Samstag, 25. Mai, im Rewe-Markt in Allerheiligen an der Fleischtheke ihre PremiumCard vorlegen, erhalten kostenlos ein Paar Wiener-Würstchen. Das Angebot gilt einmal pro Karte. Nur solange der Vorrat reicht.

(NGZ/url)